Wir sind unsichtbar!

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#9906

Ich hatte heute eine Sitzung mit meiner Psychotherapeutin. Nach dem ich die Tage dieses Forum entdeckt hatte und feststellen musste, wie gut ÄvPS beschreibt, wie ich mich mein Leben lang gefühlt habe, beschloss ich meine Therapeutin darauf anzusprechen. Sie wusste nichts über die Persönlichkeitsstörung, hatte offenbar zuletzt in ihrer Ausbildung davon gehört. Kurzum, sogar ich wusste mehr darüber als sie. Ich bin schockiert. Man könnte doch wohl erwarten, dass Psychologen zumindest ein wenig damit vertraut sind. Meine Therapeutin hat alles nur klein geredet und gemeint, was ich erzähle sei alles nur Ausdruck einer leichten, depressiven Episode und sie behandle ja schliesslich Menschen und keine Störungen. Aha… 🙄

 

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  • #10103

    Ich finde das ein komisches Verhalten deiner Psychotherapeutin, nicht einmal zu sagen sie schaut es sich mal an. Ich kann verstehen dass dich das irritiert.

    Bei mir hat ein Psychotherapeut in einer Reha-Einrichtung die Diagnose gestellt. Er meinte er hat eine Vermutung, werde etwas nachforschen und mit mir dann durchgehen. Wir sind dann die Kriterien sowohl vin ICD-10 als auch DSM-5 durchgegangen, dann war es ziemlich klar. Ursprünglich war ich wegen Burnout und Depression in der Reha, ÄvPS war mehr oder weniger ein Zufallsbefund.

  • #10104

    Bei mir war es genau so wie bei Ketura. Auch bei mir wurde die Diagnose in der Klinik gestellt. Meine Therapeutin  meinte, es wäre auf jeden Fall eine Ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsakzentuierung. Sie sagte, sie wäre kein „Fan“ von Persönlichkeitsstörungen. Wenn ich es nicht gewollt hätte, hätte sie diese Diagnose nicht gestellt. Da ich mich darin aber total wiedergefunden habe und es auch als Ursache des Burnout und der Depression sehe, hat sie sie aufgenommen. Mein ambulanter Therapeut sieht es genauso. Dass ein Therapeut sagt, er kenne das nicht, finde ich komisch, denn es gibt ja eindeutige ICD10- Codes. Ich weiß,  dass zukünftig mit dem ICD 11 (frühestens ab 2022) etwas an den Persönlichkeitsstörungen geändert werden soll, aber es ist noch nicht klar, was und ob das dann in Deutschland und in anderen Ländern übernommen wird.

     

  • #10106

    Leider habe ich ziemlich ähnliche Erfahrungen gemacht. Ich war über zehn Jahre in ambulanter Therapie und ÄvPS wurde nicht einmal erwähnt. Erst während eines Aufenthalts in einer Klinik hat eine Therapeutin erste zaghafte Anspielungen gemacht (von ihr habe ich zwar nicht von ÄvPS gehört, aber immerhin war „Splendid Isolation“ ein Thema. Richtig diagnostiziert wurde bei mir ÄvPS erst in einem Gutachten für die Versicherung. Die Gutachterin (übrigens mit Fachgebiet „Forensische Psychologie“ 🤔 ) hat ein strukturiertes Interview nach Lehrbuch gemacht und dabei nicht nur endlich die richtigen Fragen gestellt, sondern auch ohne Umschweife die passenden Antworten bekommen. Es ist ein Armutszeugnis, aber ich höre auch von Betroffenen anderer Persönlichkeitsstörungen, dass ambulante Psychologen sich schwer tun, diese zu erkennen und vor allem anzuerkennen.

    Schweizerin mit 1977er Jahrgang. Ich habe chronische Depressionen, DPS und eine GAS.

  • #10109

    Auch ich habe in der Klinik meine Diagnose von einer jungen Psychologin bekommen.Als ich mich über diese Störung informiert habe,traf mich fast der Schlag.Dort stand endlich etwas über die Symptome,die mich seit vielen Jahren quälen.Im Psychologiestudiengang kennt man also diese Störung bereits,es muss halt noch bekannter werden.

     

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