Welche Medikamente bei ÄVPS?

  • Dieses Thema hat 8 Antworten und 9 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert 1 Jahr zuvor von Natur.
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#9894

Ich wollte mal in die Runde fragen, was so eure

Erfahrungen mit Psychopharmaka sind:

  • Nehmt ihr welche oder habt ihr welche genommen?
  • Wenn ja welche?
  • Gegen Depressionen oder gegen Angst?
  • Haben die Medikamente geholfen oder helfen und wenn ja, wie?
  • Wie steht’s mit Nebenwirkungen?

Ich nehme seit einem halben Jahr Cipralex, ein Antidepressiva das laut meinem Doc auch angstlösend wirken soll. Das einzige was ich an Wirkung jedoch spüre, sind Nebenwirkungen wie Verdauungsbeschwerden, Nachtschweiss und sexuelle Lustlosigkeit.

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  • #9989

    Ich hatte zuvor ein paar Jahre Escitalopram (SSRI), gegen meine Depressionen und Panikattacken, war weiterhin eher schlapp und hatte als Nebenwirkung häufiges Gähnen. Seit ca einem halben Jahr bin ich jetzt auf Ixel(SSNRI) umgestiegen, da diese neben dem Serotonin auch das Noradrenalin etwas steigern sollen und damit den Antrieb erhöhen. Nebenwirkungen habe ich bei diesen bis jetzt keine, brauche aber auch nur die kleinste Dosierung zurzeit.

    Meine Medikation ist hauptsächlich auf meine Depression fokusiert, da dies meine ursprüngliche Diagnose war (inklusive einem Burnout vor 1 1/2 Jahren). Von meiner ÄVPS habe ich erst vor einem knappen Jahr erfahren, während meiner Burnout-Reha.

  • #9995

    Ich habe rund 15 Jahre Therapieerfahrung und da wurde natürlich auch medikamentös einiges ausprobiert.

    Zoloft, Cipralex, Cymbalta, Remeron, Trittico sind die, die ich grad noch so im Kopf habe.

    Was unerwünschte Wirkung angeht, ist mit Remeron besonders in Erinnerung geblieben. Das wirkt appetitanregend und ich hatte elenden Heisshunger.

    Wirkung war eher so am Rande des Placebo-Effekts. Vielleicht war’s auch nur Glaubensfrage.

    Nach den ganzen Antidepressiva bekam ich vor etwa fünf Jahren in einer Klinik zum ersten Mal ein Neuroleptika (Quetiapin). Ich hatte mich lange gegen Neuroleptika gestemmt. Wer schon mal in einer psychiatrischen Klinik war, hat sicher diese weggetretenen Patienten bemerkt (Zombies): klassische Nebenwirkung (die allerdings nur am Anfang der Einnahme auftritt).

    Heute bin ich sehr froh, dass ich mich zu dem Versuch habe überreden lassen. Seither lebe ich gut mit 50mg Quetiapin abends vor dem Schlafen gehen. Es hilft mir Einzuschlafen, Durchzuschlafen und am nächsten Tag anstatt auf Angstlevel 4 nur auf Angstlevel 2 in den Tag zu starten.

    Schweizerin mit 1977er Jahrgang. Ich habe chronische Depressionen, DPS und eine GAS.

  • #9997

    Ich habe in 2013 begonnen aufgrund Burnout mit Escitalopram. Dann dachte ich es geht auch ohne und hab es dann mit Absprache meines Arztes abgesetzt. Leider war das ein Fehler. Ich wollte es dann wieder einschleichen, es hat aber leider nicht mehr gewirkt. Mitlerweile bin ich bei Venlafaxin und es hilft ganz gut. Es hilft aber mehr bei der Depression.

    Viele Grüße

    Eure Casimir

  • #9998

    Ich hatte mit Escitalopram viele Nebenwirkungen.

    Vor etwa einem viertel Jahr habe ich auf Sertralin gewechselt und bin sehr zufrieden. Hilft bei mir gegen Depressionen und ich habe den Eindruck, mit den Ängsten geht’s auch ein wenig besser.

  • #10001

    Hallo, ich wurde in diesem Sommer in einer Klinik behandelt. Es begann mit Burnout, in der Klinik wurde ich wegen Depression therapiert. Dort wurde dann die ÄvPs diagnostiziert und ich fand mich mit dieser Diagnose sofort wieder.

    Ich nehme Escitalopram und abends Quetiapin.Beim Escitalopram hatte ich nur die ersten Tage Nebenwirkungen,  jetzt merke ich eigentlich nur das verstärkte Gähnen. Nur der Antrieb ist noch nicht wirklich wieder da. Aber in Corona-Zeiten ist es auch schwer, mehr Kontakte zu haben, selbst wenn man es schafft, sich zu überwinden.

  • #10008

    Hallo alle,

    ich nehme seit etwa einem Jahr CBD-Tropfen und die helfen mir sehr gut. ich habe das Gefühl ich bin ruhiger und ein bisschen gelassener. Allerdings hatte ich keine Depressionen, und kann daher nicht sagen, ob CBD-Öl auch dabei helfen.

    Schöne Feiertage!

  • #10019

    Ich nehme Mirtazapin. Es soll auch gegegen sozisle Ängste hilfreich sein.

    Ich merke das es gut gegen meine Depression ist, aber weniger schüchtern bin ich nicht.

  • #10069

    Hallo Jeanny90 und Hallo an die anderen,
    ich hab grad ein ziemlich großes Mitteilungsbedürfnis und geb jetzt auch hier noch meinen Senf dazu:

    Ich habe 19 Jahre Citalopram genommen. Das hat gut hingehauen bis 2014 (hat sehr gut gegen Depression geholfen). Dann hat es plötzlich alleine nicht mehr ausreichend gewirkt und ich hatte fette Depressionen. Seitdem nehme ich, nach einigem ausprobieren, Valdoxan dazu.
    Leider wird meine QT-Zeit immer länger und so habe ich dieses Jahr wieder bissi rumprobiert. Was immer mit ziemlichem Stress verbunden ist, weil ich totale Angst habe, wieder eine fette Depression zu bekommen. Probiert habe ich Fluoxetin: Das ging gar nicht. Also gegen Depression hat es geholfen, aber ich hatte einen Bluthochdruck vom Feinsten. Zusätzlich noch Ausschlag bekommen und das schlimmste war, dass ich nicht mehr schlafen konnte und extrem nervös war. Daraufhin habe ich Paroxetin genommen. Das hat gut funktioniert, aber schlafen konnte ich damit auch nicht. Hab dann Zolpidem zusätzlich genommen, aber das kann man halt nicht ewig nehmen, wegen Suchtpotential. Danach noch Bupripion ausgetestet und das ging auch nicht wegen zu hohem Blutdruck und Nervosität.

    Jetzt nehme ich wieder Citalopram. Habe noch Tabletten, die eigentlich abgelaufen sind, ist mir aber grad total wurst…..

    Ich habe jetzt vor diese transkranielle Magnetstimulation auszuprobieren. Läuft auch unter der Abkürzung rTMS. Wahrscheinlich nur Geldverschwendung, zahlt die Krankenkasse natürlich nicht, aber die Hoffnung stirbt zuletzt..

    Aber alles in allem: Das Citalopram hat mir wirklich sehr gut geholfen und ich kann jedem oder jeder, die Depressionen hat, nur empfehlen, wenn das schlimm ist, ein Antidepressivum zu nehmen. Allerdings: Die haben natürlich auch Nebenwirkungen. Aber wenn ich meine Nebenwirkungen betrachte: Gewichtszunahme, Libidoverlust, QT-Zeit Verlängerung, dann nehme ich immer noch lieber die Nebenwirkungen in Kauf, als die Depressionen. Wobei das natürlich nur gilt, wenn man starke oder mittleschwere Depressionen hat. Hat man nur leichte, sollte man das definitiv abwägen, ob die Nebenwirkungen das wert sind.

    Liebe Grüße, Barbara

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