Was hilft bei ÄVPS wirklich?

  • Dieses Thema hat 10 Antworten und 8 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert 1 Jahr zuvor von Trixi.

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Hallo miteinander

Ich bin der Meinung, die Kriterien für eine ängstlich-vermeidende Ps zu erfüllen. Trifft fast alles was ich so lese vollkommen auf mich zu. Ich war schon mein ganzes Leben so, aber leide zunehmends unter Einsamkeit und wohl auch Vereinsamung.

Es ist noch nicht mal so, dass ich eine Abneigung gegen eine Psychotherapie hätte, aber irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass das etwas bringt. Ich weiss ja was schief läuft, aber ich krieg’s trotzdem nicht gebacken. Also Hand aufs Herz, hat Euch Psychotherapie geholfen? Wenn ja, wie genau?

Oder ganz allgmein, was hat denn geholfen?

Irgendetwas von dem Ihr sagen könnt, ja, seit ich das weiss oder das gelesen oder das eingenommen habe oder das gemacht habe oder dies geändert habe, geht es mir ein bisschen besser?

Liebe Grüsse

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  • #10003
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    Hi enolA

    Zeit hat geholfen! Das Älterwerden hat mir geholfen, ein bisschen gelassener zu werden. Je älter ich werde, desto offensichtlicher erkenne ich, dass egal wie schlecht es gerade läuft, auch dies vorbei gehen wird. Es mag ein Oma-Spruch sein, aber diese Regel konnte ich im Laufe der Zeit für mich geltend machen: Es wird nicht so heiss gegessen, wie gekocht wird.

    Therapie hat auch geholfen. Schon einfach nur deswegen, weil Reden immer hilft und weil auch eine Beziehung zu einem Therapeuten schlussendlich verbindet. Wenn man Therapie jedoch im Sinn einer Heilung verstehen möchte: Ich persönlich bin der Meinung, dass kann sie aktuell bei ÄvPS nicht leisten.

    Aber man kann in der Therapie viel lernen, was tatsächlich hilft. Seien es Entspannungsübungen, Atemübungen oder auch Wissen über ÄvPS oder die menschliche Psyche allgemein.

    Bei mir war es vorallem Wissen, das geholfen hat. Wissen bedeutet für mich verstehen und dieses Verstehen erlaubt mir Verständnis für mich selbst. Es erlaubt mir, liebevoller mit mir selbst umzugehen und den fiesen inneren Kritiker zum Schweigen zu bringen.

    Und es würde wohl ein unehrliches Bild abgeben, wenn ich verschweige, dass mir persönlich auch eine Magen-Bypass-Operation geholfen hat, in Sachen ÄvPS in den Heilungsprozess zu kommen.

    Dieser Heilungsprozess ist lange nicht abgeschlossen und vielleicht kann er es bei ÄvPS gar nie wirklich vollständig sein. Ich glaube, wichtig ist nur, dass man sich irgendwie auf den Weg macht.

    Du musst ausprobieren, was für Dich wohltuend und hilfreich ist. Vielleicht machst Du mal einen Schritt in die falsche Richtung, was aber nicht schlimm ist. Einfach weitergehen, es lohnt sich.

    LG, Trixi

    Schweizerin mit 1977er Jahrgang. Ich habe chronische Depressionen, DPS und eine GAS.

  • #10417
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    Hallo,

    Gruppentherapie ist wirklich hilfreich, aber leider zur Zeit ambulant nicht möglich. Das wird ja wohl auch noch einige Zeit so bleiben. Auch Üben in sozialen Kontakten ist sehr eingeschränkt. Deshalb kann man in dieser Hinsicht wenig tun. Ich habe aber darüber nachgedacht, was mir in dieser Corona-Zeit denn sonst noch gut tut. Bewegung sorgt auf jeden Fall dafür, dass ich nicht mehr so niedergeschlagen bin und nicht mehr alles negativ sehe. Und das Beobachten der Natur jetzt im Frühling sorgt auf jeden Fall dafür, dass ich positiver gestimmt bin. Ich bin auch stolz darauf, dass ich nach mehr als einem Jahr wieder mit dem Joggen angefangen habe. Ich wechsele zwar noch zwischen Laufen und Gehen, aber anschließend bin ich zufrieden erschöpft und stolz.

    In der vergangenen Woche konnte ich auch noch mit Termin einkaufen und es hat mir wenigstens ein Gefühl von Normalität vermittelt, durch die Kleiderabteilung zu schlendern und mal etwas anzuprobieren.

    Jetzt über die Ostertage habe ich auch mehr Zeit, mir etwas Gutes zu tun. Ein entspannendes Bad, ausgiebige Körperpflege, verschiedene Entspannungsübungen, längere Spaziergänge.

    Auch viele Gespräche mit Therapeuten und verschiedenen Ärzten helfen mir zur Zeit, aber auch solche mit meiner Schwester, mit der ich mich gut verstehe, die zwar weiter entfernt wohnt, die aber außer meinen Eltern mein einziger intensiver sozialer Kontakt ist.

    Dann schaue ich auch noch mehrmals täglich, ob sich in diesem Forum etwas getan hat, weil es mir gut tut, von anderen zu hören, denen es ähnlich geht wie mir.

    Ich hoffe immer, dass es neue Antworten oder Themen gibt. Ich würde mich freuen, von euch zu hören, was euch in dieser Zeit gut tut und hilft.

  • #10007
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    Hallo Enola

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es oft die ganz kleinen Dinge sind, die helfen. Wie das tief durchatmen und das Stoppen des Gedankenkarusells. Beides hat mir meine Therapeutin gezeigt und ich es hilft mir täglich.

    Schöne Festtage!

  • #10018
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    Was mir am meisten geholfen hat, war das soziale Kompetenztraining.

     

  • #10029
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    Ich bin in Einzeltherapie und meine Psychotherapeutin ist Verhaltenstherapeutin.

    Und in der Einzeltherapie macht man auch soziales Kompetenztraining, ist ja auch Bestandteil der kognitiven Verhaltenstherapie.

    Also Rollenspiele sollten kein Problem sein. Wenn deine Therapeutin das nicht macht ist Sie wohl eine andere Fachrichtung.

    Aber ja, in der Gruppe Training zahlt sich das noch mehr aus.

  • #10031
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    Ich war in einer psychosomatischen Klinik. Dort hatten wir zwei mal wöchentlich Training sozialer Fertigkeiten in der Gruppe.  Dabei ist mir mein Problem so richtig bewusst geworden und ich konnte beginnen, daran zu arbeiten. Ich habe große Schwierigkeiten mit Rollenspielen, habe mich am Ende sogar überwunden. Leider habe ich die Möglichkeit, daran intensiv weiterzuarbeiten, nicht. Jetzt habe ich nur Einzeltherapie. Ich habe auch noch nicht gehört, dass es sowas ambulant gibt..

  • #10028
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    hallo dominik! mich interessiert, wo du am sozialen kompetenztraining teilnehmen konntest? war das im rahmen eines stationären klinik-aufenthalts oder in der ambulanten therapie? ich habe viel über social skills training gelesen und gehört, unter anderem dass es wirklich gut sein soll bei ävps. meine einzeltherapeutin sagt jedoch, dass können nur als gruppentherapie gemacht werden uns so was bietet ambulant niemand an… müsste also in eine klinik und nicht mal die scheinen das alle im programm zu haben.

  • #10349
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    Hallo Peanut,

    also ich weiß das es auch ambulante Therapeuten gibt,  welche Gruppentherapie machen. Schau vielleicht mal auf Therapie.de , da kann man unter der Therapeutensuche seine Suchkriterien eingeben.

    LG

  • #10418
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    Veröffentlicht von: susan

    Ich hoffe immer, dass es neue Antworten oder Themen gibt. Ich würde mich freuen, von euch zu hören, was euch in dieser Zeit gut tut und hilft.

    Mir geht es zur Zeit irgendwie komisch. Ich würde gar nicht sagen, dass es mir schlecht geht, aber irgendwie ist es wie eine Durchhalteübung. Ich versuche mich oben zu halten, aber die ganzen Einschränkungen drücken mir doch langsam auf die Stimmung. Ich vermisse es, einfach irgendwo in einem Coffee Shop zu sitzen und „bei den Menschen“ zu sein. Hätte nie gedacht, dass mir das fehlen könnte. Als ob würde man sich einsamer fühlen, weil man nicht mehr allein auswärts seinen Latte schlürfen kann. Ist aber bei mir so.

    Ausserdem hatte ich mich schon vor Monaten dazu entschieden, an einem Fotografiekurs teilzunehmen. Der Kurs wäre super, weil man dabei recht viel als Gruppe tut und es so für mich auch als soziales Übungsfeld wichtig gewesen wäre. Leider findet der Kurs wegen Scheiss-Pandemie aktuell nicht statt.

    Daher streife ich mal wieder alleine mit meiner Kamera durch die Gegend auf der Suche nach schönen Motiven. Das ist dann meine Version vom „Spaziergehen“ und es liegt sicher auch an der Bewegung und der frischen Luft, dass mir das gut tut. Ich merke aber auch, dass mir der andere Blickwinkel auf die Welt Gutes tut: Auf der Suche nach einem Bild, schaue ich anders und vergesse kurzweilig mein – sonst eher düsteres – Bild von der Welt.

    Hoffe, Dir  @susan und allen anderen geht es gut. Auch ich schaue regelmässig hier vorbei, ob es was neues gibt. Hoffe, es wirkt nicht kitschig wenn ich sage, dass es mir gut tut, dass es Euch gibt und dass wir hier sowas wie unseren virtuellen Coffee Shop haben, wo man sich spontan treffen und ein bisschen quatschen kann. Ich such jetzt in den anderen Winkeln meinen Latte oder was es sonst noch so gibt! Frohe Ostern euch allen!

    Ich habe eine selbstunsichere PS mit emotional instabilen Mustern. Sprich, mein Leben ist einsam und chaotisch.

  • #10420
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    Ich geniesse das schöne Wetter. Wie die Echse auf dem Stein, Sonne tanken wann immer es geht.

    Auch gut tut mir Training. Ich bin leider ein absolut unsportlicher Mensch, kann aber aktuell wegen meiner Schulter zwei Mal pro Woche in den Trainingsraum der Physiotherapie. Jedes Mal wenn ich aus der Physio rauskomme, fühle ich mich gut. Ich habe mir vorgenommen, dass ich das unbedingt irgendwie weiterführen möchte, wenn die Verordnung dann abläuft. Ich spiele tatsächlich mit dem Gedanken, mir ein Abo für ein Fitnessstudio zu holen. Dass das aktuell nicht gerade DER beste Moment ist, ist wohl klar. Ich hoffe, es wird bald wieder möglich sein.

    Mir tut es ausserdem gut, an der Website zu arbeiten und immer mal wieder eine der zahlreichen Ideen und Pläne die ich habe, auch wirklich umzusetzen. Gleichzeitig komme ich auch öfter Mal an meine persönlichen Grenzen, weil ich merke, dass ich immer wieder meine Hemmschwelle überwinden muss. Die Angst, etwas falsch zu machen ist ein ständiger Begleiter. Zum Glück gebt ihr mir immer wieder tolle Rückmeldungen oder nutzt neue Angebote auf der Seite. Das macht mir viel Mut!

    Wünsche auch allen schöne, gemütliche, entspannte und angenehme Ostern!

    Schweizerin mit 1977er Jahrgang. Ich habe chronische Depressionen, DPS und eine GAS.

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