Was für Hilfen kann ich beantragen?

  • Dieses Thema hat 7 Antworten und 4 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert 1 Monat zuvor von Fiona.
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#9958

Hallo! Ich hoffe ich mach hier kein 100x behandeltes Thema auf, aber ich hab zumindest nichts gefunden (benutze aber nie Foren und bin daher leider kein Profi).

Mir wurden vor einigen Jahren eine Ängstlich vermeidende Persönlichkeitsstörung und Depressionen diagnostiziert. In einem Erstgespräch dann auch Verdacht auf Sozialphobie, aber leider konnte ich noch nicht wieder Therapie finden (bin seit 2 1/2 Jahren auf der Warteliste).

Der Grund, dass ich hier schreibe, ist, weil ich mich heute mal wieder zu mehr normalen Alltagsaktivitäten gezwungen hab, hauptsächlich auch, alleine einkaufen zu gehen, was für mich extrem schwer war und nicht regelmässig möglich ist (am liebsten gar nicht!). Das hat mich wieder daran erinnert, wie schlimm es eigentlich bei mir ist, da es mir alleine in meiner Wohnung sonst recht gut geht. Und dementsprechend frage ich mich auch, ob es nicht doch Hilfen, Massnahmen o. Ä. gibt, die ich beantragen kann. Ich finde es aber unfassbar schwer, darüber zu recherchieren, gerade wenn man einfach nur rausfinden will, ob es etwas gibt, worüber man nichts weiss. Da ich keinen Therapeuten habe, habe ich da natürlich auch absolut keine Unterstützung. Ich denke dabei nicht an konkrete Hilfen, die mir z. B. beim Einkaufen helfen, sondern einfach jegliche Vorteile, die ich wenigstens aus meiner negativen Situation ziehen könnte. Da ich nicht arbeiten kann, haben wir natürlich auch nicht viel Geld. (Ich bekomme auch kein ALG2, da ich verheiratet bin und wir wohl gerade so drüber sind.)

Meine Hauptfrage wäre hier also einfach, was es alles an Hilfen gibt. Mit Schlagworten kann ich dann natürlich auch selbst weiterrecherchieren, freue mich aber auch umso mehr über eure Erfahrungsberichte oder Tipps.

Eine Sache, die mir auch selbst einfällt, wäre ein Behindertenausweis. Ich hatte darüber bereits mehrmals recherchiert, und kam zu dem Schluss, dass er mir vermutlich keine Vorteile bringt, da es mir dafür widerum vermutlich nicht schlecht genug geht, bzw. meine Behinderung nicht offensichtlich genug ist. Hat jemand andere Erfahrungen gemacht? Mein nächstes Problem wäre auch, dass ich dafür anscheinend eine Diagnose brauche, ich aber keinen Nachweis mehr für die alte Diagnose von damals hab, und eben keine Therapie finde. (Ich schätze das heisst dann einfach Pech gehabt, bis ich was finde?)

Ich freue mich auf Antworten!

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  • #14060
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    Ich habe mal etwas zum Behindertenausweis und Nachteilsanträge in einem Beitrag zusammengestellt.

    Der Text ist fast vollständig aus einem Buch geklaut, aber es sind wichtige und nützliche Infos. Daher machen wir das jetzt einfach. Evtl. könnte einer der Admins für den Beitrag noch die Suchmaschinen-Indexierung ausschalten?

    Behinderung und Schwerbehinderung

     

    • Diese Antwort wurde geändert 1 Monat zuvor von Fiona.
    2 Benutzer dankten dem Autor für diesen Beitrag.
    • #14062
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      @fiona Indexierung ist aus. Du darfst den Blog-Beitrag gerne auch hier im Forum als eigenständiges Thema doppelposten… Ich denke mal, diese Infos interessieren viele!

      Schweizerin mit 1977er Jahrgang. Ich habe chronische Depressionen, DPS und eine GAS.

  • #10517
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    Ahoi & willkommen

    Du stellst ein paar wirklich gute Fragen! Leider habe ich die Antworten nur für die Schweiz parat. Da Du schreibst, Du bekommst kein „ALG2“, gehe ich mal davon aus, Du bist in Deutschland.

    Ich weiss jedoch, dass andere Benutzerinnen sich auskennen und denke, es werden noch nützlichere Antworten kommen als meine. Geduld! Falls Du beim Erstellen des Beitrags den Haken vor „Dieses Thema abonnieren“ nicht entfernt hast, bekommst Du eine E-Mail, wenn es Antworten gibt.

    Falls nichts kommt, mache ich mich selber auf zur Recherche.

    Ich bin in einer ähnlichen Situation was die sozialen Kontakte angeht. Ich arbeite nur sporadisch als Webpublisherin und das natürlich von meinem Wohnzimmer-Büro aus. Ergo, ich sitze auch oft vier, fünf Tage einfach nur zuhause. Ich habe zwar keine Soziale Phobie, aber fühle mich auch nur in meinen eigenen Wänden richtig wohl.

    Daher bin ich gerade dabei, mir neben der ambulanten Einzeltherapie bei einer Psychiaterin auch eine psych. Spitex zu organisieren. In der Schweiz sind das psych. Pflegefachkräfte die zu ihren Klienten nach Hause kommen. Sie gehen aber auch mit Ihnen raus, unter anderem zum Einkaufen oder unterstützen einfach da, wo es Sinn macht und gewünscht wird. Die Kosten dafür übernimmt die Krankenkasse.

    Glaube, genau so etwas könnte für Dich gut sein, oder?

    LG, trixi

    Schweizerin mit 1977er Jahrgang. Ich habe chronische Depressionen, DPS und eine GAS.

  • #10520
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    Hallo anonmelon

    Neben den staatlichen Hilfen fallen mir noch diverse private Hilfsorganisationen ein. Ich denke an Opferberatungsstellen oder Behindertenorganisation. Welche davon für Dich in Frage kämen, hängt natürlich sehr von Deinen Lebensumständen ab. Daher kann ich Dir leider auch nichts konkretes empfehlen.

    Viele psych. Kliniken haben zudem etwas wie eine Sozialberatung. Ich habe die Dienste einer solchen Beratung mal in Anspruch genommen und es war sehr hilfreich!

    Hoffe, das bringt Dich irgendwie weiter.

     

  • #10518
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    Hm, ich glaube, ich habe gerade eine Frage beantwortet, die Du gar nicht gestellt hast (Spitex) 😊 . Sorry!

    Die Spitex oder wie auch immer das in Deutschland heisst, ist allerdings auch kein schlechter Rat, wenn es um finanzielle Hilfen geht. Zumindest unsere CH-Variante von psych. Heimpflege kennt sich auch damit meisten bestens aus.

    Mir hat vor einigen Jahren meine Spitex mit dem Sozialamt sehr geholfen. Es macht einen Unterschied, ob man diesen Behörden allein entgegentreten muss (und wir ÄVPS-Menschen sind ja nun nicht gerade die, die penetrant auf ihre Rechte und Unterstützung beharren). Da ist es manchmal wirklich gut, wenn das jemand für uns tut!

    Hoffe, diesmal habe ich besser erfasst, welche Art von Hilfe Du benötigst? Finanzielle Knappheit ist übrigens nichts wofür man sich schämen müsste. Ich war jahrelang in der Situation und ich weiss wie kaputt einem Knappheit machen kann.

    Grüessli, trixi

    Schweizerin mit 1977er Jahrgang. Ich habe chronische Depressionen, DPS und eine GAS.

  • #10519
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    Danke erst mal für die super schnelle Antwort!

    Da Du schreibst, Du bekommst kein „ALG2“, gehe ich mal davon aus, Du bist in Deutschland.

    Das ist richtig, tut mir leid, da hatte ich gar nicht dran gedacht, dass zu erwähnen!

    „Spitex“ („ambulante Pflege“ in Deutschland, laut Google) hat mich im allerersten Moment abgeschreckt, allerdings wäre das tatsächlich theoretisch eine gute Sache. Habe direkt mal weiter nachgeforscht und einen Online Pflegegrad-Test gemacht, und zumindest laut diesem Test würde da leider gar nichts bezahlt werden, womit es wieder flach fällt. :/ Vielleicht forsche ich da trotzdem noch weiter. Der Online Test war eben leider sehr auf Menschen mit physischen Problemen ausgerichtet und dementsprechend könnte das Ergebnis auch falsch sein.

    Theoretisch übernimmt mein Mann gerade die „ambulante Pflege“ bei mir. Das funktioniert in der Theorie auch gut, aber ich fühle mich schlecht, dass er neben dem Vollzeit Arbeiten auch noch den Müll rausbringen und zum Einkaufen mitkommen muss, an die Tür gehen muss wenn es klingelt etc. Das funktioniert auch nur, weil er durch Corona 3 Tage (von 5) die Woche im Homeoffice sein kann. Und so wie es nach meiner Google-Suche bis jetzt aussieht, würden wir auch keine finanzielle Unterstützung an dieser Stelle dafür bekommen, solange er trotzdem Vollzeit arbeitet (was er aber tun muss, da er Alimente zahlt). Schade.

    Hm, ich glaube, ich habe gerade eine Frage beantwortet, die Du gar nicht gestellt hast (Spitex) 😊 . Sorry!

    Ich wusste lediglich noch nicht, dass ich die Frage hatte! 😬 Ich bin für alle Vorschläge offen und freue mich immer, wenn ich Begriffe habe, mit denen ich dann nachforschen und überlegen kann, ob es etwas für mich wäre. Ich wäre nie selbst darauf gekommen, dass man auch mit psychischen Problemen über ambulante Pflege nachdenken könnte.

    Finanzielle Knappheit ist übrigens nichts wofür man sich schämen müsste.

    Danke! 😊 Zum Glück hab ich bei so etwas gar keine Probleme, ich hab mich nie dafür geschämt, wenig Geld zu haben, genau so wenig wie dafür, dass ich psychische Probleme habe. Offen damit umzugehen war für mich immer leichter.

  • #14096
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    @fiona Indexierung ist aus. Du darfst den Blog-Beitrag gerne auch hier im Forum als eigenständiges Thema doppelposten… Ich denke mal, diese Infos interessieren viele!

    erledigt!

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