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  • Dieses Thema hat 11 Antworten und 5 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert 1 Jahr zuvor von Ernalotte.
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#9948

Hallo,

nach längerer Suche habe jetzt endlich ein Forum gefunden, das wirklich zu mir passt.

Ich heiße Tobias, arbeite als Heilerziehungspfleger und nehme seit einem Jahr an einer Tiefenpsychologischen Therapie teil. Auslöser der Therapie, war eine Supervisorin auf der Arbeit , die uns irgendwann allen im Team völlig entnervt eine Therapie empfohlen hatte. Meine erste Befürchtung war, dass man mich nicht ernst nehmen würde, so nach dem Motto „stell dich doch nicht so an“. Nach einem Jahr lautet die Diagnose ÄvPS, was mich einerseits schon geschockt hat , andererseits aber auch sehr viel Sinn ergeben hat. Da ich niemanden kenne, der meine Diagnose teilt, bin ich sehr daran interessiert wie ihr damit umgeht. Ich habe in der Therapie leichte Fortschritte gemacht, hatte auch trotz Corona und meiner Probleme mal ein Date gehabt, als meine Therapeutin mir dann aber erklärte, dass sie schwanger ist (nicht von mir:)), hat es mir glatt den Boden unter den Füssen weggerissen. Wenn ich sehe wie scheinbar einfach viele Dinge bei anderen aussehen und wie schwer es einem selbst fällt ist es manchmal schon bitter.

Genug der frustrierende Themen, ich freue mich hier zu sein,

 

Schönen Abend noch

Tobias

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Themen und Antworten
  • #10447

    @glaurung

    ♥-lich Willkommen Tobias.

    Schön das du her gefunden hast ! Danke für Deine Vorstellung.

    Schau Dich in ruhe um.                 Bei Fragen ist Dir das Team gerne behilflich.

    Gute Nacht

  • #10448

    Hallo Tobias

    Ich freue mich, dass Du den Weg hierher gefunden hast!

    Männer mit ÄVPS sind, bis jetzt, hier im Forum in der Unterzahl und ich finde es persönlich immer wieder interessant zu erfahren, wie sich ÄVPS geschlechterübergreifend zeigt und auswirkt.

    Auch ich kenne andere Betroffene nur aus dem Internet, was sehr schade ist, weil ich hier im Forum ÄVPS immer wieder merke, wie gut der Austausch mit anderen Betroffenen mir tut. Ich fühle mich verstanden und nicht zuletzt weniger allein!

    Du und all Deine Beiträge sind hier also sehr willkommen und Du bist herzlich eingeladen, Dich ganz nach Lust und Laune zu beteiligen. Schön bist Du da!

    LG, trixi

    Schweizerin mit 1977er Jahrgang. Ich habe chronische Depressionen, DPS und eine GAS.

  • #10449

    Willkommen Tobias! Übers Daten als Mann mit ävps könnte ich ganze Bücher erzählen. Ich bin auch immer mal wieder auf der Suche nach einer Partnerin, aber es ist ein ewiges Vor und Zurück. Ich verdanke es meiner therapeutischen Begleitung, dass ich noch nicht ganz aufgegeben habe (obwohl ich manchmal denke, es wäre besser wenn). Bin gespannt, was Deine Erfahrungen damit sind!

    Mann mittleren Alters mit ÄVPS, Beziehungsangst und einem Alkohol-Problem. Aber ansonsten eine wirklich gute Partie.

  • #10451

    Hallo , vielen Dank für die liebe Begrüßung

    Dieses Forum scheint wirklich etwas besonderes zu sein, ich freue mich sehr.

    Zu Trixi: Ob es einen Unterschied bei Frauen und Männern bei ÄvPS gibt?

    Vielleicht sind die Erwartungen andere. Mir geht es oft so, dass ich von mir als

    Mann erwarte, für das Kennenlernen, das Date, das Gespräch, die Stimmung und alles darum alleine  verantwortlich zu sein. Meine Therapeutin versucht mich da schon länger von abzubringen, aber so ganz gelingt ihr das noch nicht.

    Zu Gideon: Den Gedanken Partnerschaft komplett aufzugeben hatte ich schon oft, klappt bei mir aber leider nicht. Wenn ich im Sommer Pärchen sehe oder befreundete Pärchen besuche, oder mal wieder jemand Nachwuchs bekommt, kommen immer wieder Gefühle hoch, man will einfach dasselbe haben und leidet darunter, weil man so weit davon entfernt ist oder zu sein scheint.  Wenn Du das als ewiges Vor und Zurück verstehst dann verstehe ich das leider viel zu gut.

     

    Ich wünsche Euch allen noch einen schönen Abend

    Liebe Grüße

    Glaurung

  • #10453
    Veröffentlicht von: @glaurung

    Mir geht es oft so, dass ich von mir als Mann erwarte, für das Kennenlernen, das Date, das Gespräch, die Stimmung und alles darum alleine  verantwortlich zu sein.

    Das ist schon mal kein Geschlechter-Unterschied. ich bin w und erwarte das Gleiche von mir. Bei Dates spüre ich diesen Druck besonders intensiv, aber ich kenne das auch aus anderen Bereichen, zum beispiel wenn ich Gäste habe. Wenn’s sozial wird, habe ich immer das gefühl ich bin verantwortlich dass sich alle gut amüsieren.

    Ich habe eine selbstunsichere PS mit emotional instabilen Mustern. Sprich, mein Leben ist einsam und chaotisch.

  • #10456

    Das kenne ich leider auch zu gut.

    Ich finde so klassische Dates total schrecklich und mach mir da enormen Druck,  der mich blockiert.

    So ein Date fühlt sich wie eine krasse Bewertungssituation an. Jeder versucht ja irgendwie abzuchecken ob sich ein weiteres kennenlernen lohnt. Deshalb scanne ich mich selbst dabei umso schärfer nach Fehlern ab.              So Smalltalk finde ich generell immer schon schwierig und ich versuche dabei so gut es geht von mir selbst abzulenken. Das funktioniert bei einem Date schlecht, wenn das Gegenüber wirklich Interesse zeigt.

    Ich muss eine Person erst etwas einschätzen können um mich langsam zu öffnen. Warm werden. So auf Knopfdruck fühle ich mich sehr unbeholfen.

    Deshalb lerne ich Menschen lieber langsam, ungezwungen und zufällig kennen. Z.B. über Freunde,  bei der Arbeit oder über ein Hobby. Das kommt nur leider etwas zu selten vor.

  • #10457

    @rlabouche

    Hallo Roxie,

    Du hast Recht, war auch nur mal so eine Idee. Die Frage ist wirklich schwer zu beantworten, weil ich auch keine anderen Menschen mit dieser Diagnose kenne. Ich finde die Frage aber sehr interessant, weshalb ich auf deine Ideen gespannt bin. Bitte nicht böse sein wenn meine Vermutungen nicht stimmen, ich versuche mich nur der Antwort anzunähern.  Den großen Unterschied den ich auf meiner Arbeit mit seelische erkrankten Menschen (Betreutes Wohnen ) immer wieder wahrnehme, ist halt der, dass diese Männer eher das Problem haben überhaupt eine Frau zu finden, währenddessen meine von mir betreuten Frauen hingegen dass Problem haben  immer wieder den falschen Typ Mann auszusuchen, der ihnen definitiv schadet. Für die Männer ist das sehr frustrierend, was ich auch bestätigen kann. Bei den von mir betreuten Frauen wird mir da eher Angst und Bange, welchen Risiken sie sich manchmal aussetzen. Frauen unter 40 Jahren betreuen wir fast gar nicht, weil sie meisten in dieser Zeit in einer Beziehung leben. Unserer Männer sind sehr oft zwischen zwanzig und vierzig und wohnen noch zu Hause.

    Wie gesagt, mir ist erst vor kurzem ÄvPS diagnostiziert worden, ich bin über jede Nachricht dankbar, die mir weiterhilft die Störung zu verstehen, um damit besser umgehen zu können. Wenn ich irgendjemandem auf die Füße trete, dann nicht aus Absicht.

     

    Liebe Grüße

    Glaurung

  • #10458

    Hallo Ernalotte,

    Wenn man immer in seiner gleichen Clique ist, findet sich sehr schwer jemand. Das finde ich auch. Aber ich kenne viele, die immer nur in ihrem nahen Umfeld fündig werden, wie die das anstellen, keine Ahnung.

    Dates mit fremden Frauen oder Männern  sind schwierig, zumal sie auch unheimlich aufwendig sind. Was ich daran aber schön finde ist, dass man sich bei einem Scheitern vollständig trennen kann, und auch niemand sonst etwas davon erfährt. Ich spiele seit Jahren etwas Tennis. Da sind  auch viele Frauen und man erfährt natürlich auch irgendwie, wer derzeit Single ist. Mich setzt es aber wahnsinnig unter Druck, wenn ich weiß, dass nach dem Date der halbe Verein weiß,  was dort passiert ist. Danach noch unbeschwert in den Verein zu gehen, ist mir dann noch kaum möglich.

     

    Liebe Grüße

    Tobias

  • #10459

    @glaurung

    Da hast du natürlich recht. Allzu schlechte Erfahrungen hab ich auf diese Weise aber noch nicht gemacht.  Manchmal ist es auch ganz gut,  wenn ich nicht reflexartig einfach in den Fluchtmodus gehen kann und „gezwungen“ bin den Kontakt aufrecht zu erhalten.

    Das bei deinem Beispiel nach einem Date der ganze Verein schlecht über dich redet und urteilt, das erzählt dir bestimmt nur die Störung,  welche ja immer vom schlimmsten ausgeht. Wenn man sich schon ein bisschen kennt und einschätzen kann,  dann geht man bestimmt nicht mit einer oberflächlichen Tratschtante auf ein Date. Und man muss es ja auch nicht gleich so verkrampft als romantisches Date ansehen und planen. Vielleicht eher locker freundschaftlich daran gehen. Zum Beispiel nach dem Training spontan zusammen noch was essen gehen. Oder sich übers gemeinsame Training annähern oder über sonstige Gemeinsamkeiten. ..

  • #10461

    @ernalotte

    Hallo Ernalotte,

    Jeder ist  ein bisschen unterschiedlich und mich setzt

    ein Kontakt mit einer Frau in einer mir bekannten Gruppe mehr unter Druck als ein Treffen mit einer fremden Frau an einem neutralen Ort. ÄvPs? Mit Sicherheit. Die Saison hat jetzt aber begonnen und ich werde deinen Rat beherzigen.

    Es stand die Frage im Raum, ob ÄvPs bei Männern anders ist als bei Frauen? Wie siehst Du es?

    Lg Glaurung

  • #10462

    @glaurung

    Ja klar tickt jeder etwas anders. Waren nur so meine Gedanken dazu. Verstehen kann ich deine Sicht schon auch. Wir müssen halt alle lernen früh genug zu erkennen, wann die „Störung“ uns wieder Bullshit einredet. Ist leider nicht so leicht.

    Zu der Frage ob sich die ÄvPs bei den Geschlechtern anders auswirkt kann ich bisher nicht groß was sagen. Ist interessant. Jedoch konnte ich da noch keine markanten Unterschiede feststellen. Aber das Forum wächst. Vielleicht kommen wir dem in Zukunft noch auf den Grund. 😉

    Wahrscheinlich haben Männer schon in gewisser Weise einen Nachteil. Dadurch das die als „Norm“ geltenden Geschlechterrollen häufig ja immernoch in den Hinterköpfen präsent sind. So könnte noch Druck dazu kommen, wenn Mann dem gerecht werden will. Also diese Klischees wie, „Ein Mann muss dominant auftreten, offensiv sein, darf keine Schwäche zeigen“. Das ist natürlich alles Schwachsinn und trotzdem tief in der Gesellschaft verankert. Dafür machen sich Frauen aber bei anderen Dingen wieder mehr Druck. Doch Schüchternheit und Zurückhaltung wird eher akzeptiert oder erwartet. Am Ende geben sich aber wohl alle ÄvPs’ler meist selbst die Schuld an allem was schief läuft.

    Im Grunde hat der Charakter nichts mit dem Geschlecht zutun. Wir haben alle ähnliche Konflikte und eigene Arten damit umzugehen.

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