Hikikomori-Syndrom

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Das „Hikikomori-Syndrom“ oder ein extremer sozialer Rückzug, galt lange als japanische Eigenheit: Dabei ziehen sich meist männliche Jugendliche völlig zurück und verlassen ihr Zimmer nicht mehr. Der Kontakt zur Aussenwelt beschränkt sich nur auf das Allernötigste – und das manchmal jahrelang.

Sozialer Rückzug: Wenn das Zuhause zum Gefängnis wird
Eine Gruppe spanischer Psychiater untersuchte nun erstmals in Europa in grösserem Umfang, ob es das Phänomen auch in ihrem Land gibt. Sie griffen auf die Akten eines psychiatrischen Krisenteams in Barcelona zurück, das Menschen mit psychischen Störungen zu Hause aufsucht. Zwischen 2008 und 2014 hatten die Ärzte 190 Fälle aufgezeichnet, in denen die Betroffenen kaum noch oder gar nicht ihre Wohnung verliessen und fast keinen Kontakt zu anderen Menschen mehr hatten. Im Durchschnitt waren diese Einsiedler rund 40 Jahre alt und lebten seit drei Jahren extrem isoliert. In allen Fällen bis auf einen waren psychische Erkrankungen im Spiel. Ein Drittel der Patienten gehörte zu einer „affektiv-ängstlichen“ Gruppe, die vorwiegend an Depressionen und Angststörungen litt. Bei den übrigen zwei Dritteln waren Psychosen am verbreitetsten, gefolgt von Persönlichkeitsstörungen. Diese Patienten waren psychisch stärker beeinträchtigt als die der ersten Gruppe und überwiegend männlich.

Ein Jahr nach Beginn der Therapie hatten jedoch 42 Prozent dieser „schweren Fälle“ Fortschritte gemacht, sie hielten nun etwas mehr Kontakt zu anderen Menschen. Von den depressiven und angstgestörten Einzelgängern gelang das nur 25 Prozent.

Im Gegensatz zur ursprünglichen japanischen Form von Hikikomori sei ein extremer sozialer Rückzug in Europa wohl eher als Folge anderer psychischer Störungen wie ÄVPS oder Sozialer Phobie zu beobachten, schreiben die Forscher, das Phänomen müsse aber noch besser erforscht werden. Die Verbreitung des Verhaltens in Deutschland ist bislang unbekannt.

Quelle: Psychiatry Res. 10.1016/j.psychres.2018.03.060, 2018

Schweizerin mit 1977er Jahrgang. Ich habe chronische Depressionen, DPS und eine GAS.

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