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#9953

Ich bin neu in diesem Forum und möchte mich gerne mit Menschen austauschen, die vielleicht ähnliche Erfahrungen wie ich gemacht haben.. Zur Zeit arbeite ich als Erzieherin in einem Kindergarten, weil mir die Arbeit mit Kindern sehr viel Spaß macht. Bei Kindern mache ich mir weniger Gedanken darüber, was sie von mir halten könnten. Vielleicht deshalb, weil sie noch so ohne Vorurteile sind und Menschen in der Regel so akzeptieren wie sie sind.. Bei den Kollegen und den Eltern ist das jedoch schon schwieriger.. ich werde zwar nicht gemobbt, aber ich habe oft Angst, etwas Falsches zu tun oder zu sagen oder dass die Menschen mich irgendwie seltsam finden und mich ablehnen könnten.. deshalb ziehe ich mich häufig zurück.. Wenn mich jemand nur komisch ansieht, beziehe ich dies oft schon auf mich, obwohl es gar nichts mit mir zu tun haben muss.. Wenn ich kritisiert werde, muss ich mich oft beherrschen, um nicht sofort in Tränen auszubrechen. Oft weine ich dann still vor mich hin, wenn ich alleine bin, damit es niemand bemerkt.. auch die Pausen verbringe ich oft alleine. Dabei sehne ich mich so sehr nach sozialen Kontakten, aber ich habe einfach sehr sehr große Angst davor, von anderen Menschen abgelehnt zu werden. Ich war schon als Kind eher ängstlicher, vorsichtiger und stiller als andere Kinder. Auch habe ich Probleme damit, Nein zu sagen und mich durchzusetzen. Meine Schulzeit war für mich die absolute Hölle auf Erden.. Es fing ganz harmlos an: Erst kam es nur vereinzelt immer wieder zu kleine Sticheleien, später wurde es immer schlimmer bis hin zu körperlichen Übergriffen. Ausgrenzungen taten besonders weh.. Am Ende konnte ich machen was ich wollte es war nie richtig. Wenn ich zum Beispiel ein pinkes Oberteil trug, sah das in den Augen der anderen Kinder doof aus. Wenn ich am nächsten Tag ein blaues Oberteil getragen habe, war auch das verkehrt.. ich wurde oft als fett und hässlich bezeichnet. Damals wog ich um die 56 kg.. Irgendwann aber glaubte ich das, was die anderen zu mir gesagt haben. Mein Selbstwergefühl war ab dem Zeitpunkt gefühlt nicht mehr vorhanden.. ): Irgendwann haben sich dann die Fehltage gehäuft. Ich habe angefangen so zu tun als sei ich krank, nur um nicht in die Schule gehen zu müssen. Besonders häufig habe ich gefehlt, wenn es um Referate ging. Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen war und ist auch weiterhin für mich der pure Horror. Aber das Vermeidungsverhalten hat im Endeffekt nichts besser gemacht.. Ich vermute, dass ich eine ÄvPS haben könnte, aber ich weiß es eben nicht genau.. Nahestehenede Menschen versuchen mir zu helfen aber sie glauben, dass ich nur ein geringeres Selbstbewusstsein habe und lediglich einen kleinen Schubs brauche.. aber ich spüre einfach, dass da mehr dahinter steckt, deshalb möchte ich eine Therapie machen, da mich das alles sehr sehr belastet..

Entschuldigt, es ist ein bisschen länger geworden.. Aber vielleicht gibt es ja den einen oder anderen der das hier liest und merkt, dass er oder sie ähnliche Gefühle hat und vielleicht dadurch den Mut bekommt, sich auch Hilfe zu suchen..

Ich wünsche euch noch einen schönen Abend und macht euch nicht so viele Gedanken, ihr seid toll so wie ihr seid (:

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  • #10483

    @kruemelchen94 Herzlich willkommen Kruemelchen, ich glaube, bei uns bist Du richtig! Ich staune einmal mehr, wie sehr sich die Erfahrungen und das Erleben der Menschen die hier her finden, ähneln. Vieles aus Deinem (übrigens gar nicht so langen) Beitrag kenne ich aus eigener Erfahrung.

    Veröffentlicht von: @kruemelchen94

    Aber vielleicht gibt es ja den einen oder anderen der das hier liest und merkt, dass er oder sie ähnliche Gefühle hat und vielleicht dadurch den Mut bekommt, sich auch Hilfe zu suchen.

    Nicht nur vielleicht, sondern ganz bestimmt! Mir tut es immer wieder gut zu lesen, dass ich nicht allein bin damit und dass es andere Menschen gibt die mich nicht nur verstehen, sondern oft geradezu nachfühlen können.

    Ich freue mich also sehr, hast Du zu uns gefunden!

    LG, trixi

     

    Schweizerin mit 1977er Jahrgang. Ich habe chronische Depressionen, DPS und eine GAS.

  • #10484

    @trixi Vielen Dank für deine lieben Worte. Es tut wirklich gut sich mit Gleichgesinnten austauschen. Oft habe ich das Gefühl, von anderen nicht verstanden zu werden aber ich glaube, dass ich hier einen Raum gefunden habe, in dem ich mich mit Menschen unterhalten kann, die genauso fühlen und denken wie ich. Das gibt mir gerade sehr viel Mut und Kraft.. (:

     

  • #10485

    Willkommen Kruemelchen94 🙂  Schöner Beitrag! Auch ich erkenne da recht viel Ähnlichkeit zu mir selber.

     

  • #10486

    Hallo, Kruemelchen,! Willkommen im Forum! Auch ich finde mich in deinem Text wieder. Ich bin Lehrerin und mit den Kindern sowie den Kollegen und Eltern geht es mir genauso wie dir. Ich denke, du bist hier genau richtig. Ich freue mich, dass du den Weg hierher gefunden hast. Ich fühle mich in diesem Forum sehr wohl, weil hier alle ähnliche oder gleiche Erfahrungen haben und einen verstehen. Dass du eine Psychotherapie machen möchtest, finde ich eine gute Idee. Es hilft, über sein Problem zu reden und das kann man meist nicht mit Familienangehörigen. Und viele soziale Kontakte haben ÄvPS-Betroffene eher nicht. Also mutig drauflos, es hilft, sich hier auszutauschen.

     

  • #10487

    @kruemelchen94

    Hallo kruemelchen 94

    Ich finde die Idee einer Therapie sehr gut. Mir ging es oft so, dass wirklich sehr liebe Menschen, versucht haben mich zu motivieren und aufzubauen, nur reicht das manchmal einfach nicht, wenn man wirklich an einem Problem oder an einer Störung leidet. Oft habe ich dann Ziele verfolgt, weil man mich überzeugt hat, dass ich das natürlich kann, obwohl es gar nicht gestimmt hat. Mir hat es in der Therapie sehr gut getan, einfach mal zu wissen, wo mein Problem liegt, dass dieses überhaupt existiert und was ich konkret unternehmen kann.

    Viel Spaß im Forum

    Glaurung

  • #10524
    Veröffentlicht von: @kruemelchen94

    Am Ende konnte ich machen was ich wollte es war nie richtig. Wenn ich zum Beispiel ein pinkes Oberteil trug, sah das in den Augen der anderen Kinder doof aus. Wenn ich am nächsten Tag ein blaues Oberteil getragen habe, war auch das verkehrt.. ich wurde oft als fett und hässlich bezeichnet. Damals wog ich um die 56 kg.. Irgendwann aber glaubte ich das, was die anderen zu mir gesagt haben.

    Habe ähnliche Erinnerungen an meine Schulzeit. Auch mir wurde eingehämmert ich sei fett. Ich hatte nie wirklich viele Kilos zu viel, allerdings hat bei mir die Pubertät recht früh eingesetzt (hatte mit 10 meine erste Periode). Trotzdem habe ich bald verinnerlicht, was mir ständig eingeimpft wurde. Gegen Ende der oblig. Schulzeit habe ich dann tatsächlich angefangen, Süssigkeiten in mich hinein zu stopfen und wurde immer dicker. Ich dachte, es macht eh keinen Unterschied. Ist egal ob ich ein bisschen Übergewicht habe oder viel. Fett ist fett und fett ist hässlich und somit bin ich als fetter Mensch einfach nur verabscheuungswürdig. Arbeite bis heute daran, dieses Schema im Kopf wieder loszuwerden. 🙁

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