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#9956

Nun, ich weiss nicht, ob ävps auf mich zutrifft – ich habe diese Diagnose einmal in einer Therapie erhalten. Es stimmt, dass meine Stimmung stark davon abhängig ist, dass andere mich gut finden. Gleichzeitig will ich diese Abhängigkeit verstecken und tue total unabhängig. Jetzt bin ich 51 Jahre alt. Belastend ist, dass ich nicht weiss, wer ich bin und was ich will. Ich habe ich mir lange damit geholfen, dass ich „das Beste“ wollte: ein berühmter Wissenschafter werden. Das ist mir sogar gelungen! Aber als ich es erreicht habe, merkte ich: Das macht mich nicht glücklich und zudem hat es mich extrem viel Kraft gekostet. Dann habe ich alles verweigert, bin auf eine Arbeit ausgestiegen, wo ich ganz viel Zeit habe und etwas unterfordert bin. Nun möchte ich die Freiheit nutzen, um rauszufinden, was mir wichtig ist. Ich komme jedoch nicht gut voran.

Belastend ist mein Perfektionismus, mich für meine Bedürfnisse zu schämen oder sie nicht einmal zu kennen. Ich wünsche allerseits ein schönes Wochenende.

 

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  • #10489

    Guten Morgen Oliver

    Willkommen im Forum!

    Veröffentlicht von: @cytec

    Gleichzeitig will ich diese Abhängigkeit verstecken und tue total unabhängig.

    Da muss ich seufzen… kenne ich so gut von mir selber!

    Auch beruflich scheint es da einige Gemeinsamkeiten zu geben. Ich habe vor einigen Jahren eine erfolgreiche Karriere als Informatikerin von einem Tag auf den anderen an den Nagel gehängt. Seither versuche ich meinem Leben irgendwie Sinn zu geben, so dass ich vielleicht irgendwann mal an den Punkt komme zu sagen: Jetzt bin ich gut genug!

    Ich kann es also gut nachvollziehen, was Du meinst wenn Du schreibst.

    Veröffentlicht von: @cytec

    Nun möchte ich die Freiheit nutzen, um rauszufinden, was mir wichtig ist. Ich komme jedoch nicht gut voran.

    Frage mich gerade, ob dieser Drang oder dieses Bedürfnis etwas gutes ist oder ob man vielleicht besser dran wäre, wenn man einfach nichts mehr will und zufrieden ist, selbst wenn man damit immer weniger bleibt, als man sein könnte.

    Knifflig!

    Wünsche auch ein schönes Wochenende!
    LG, trixi

    Schweizerin mit 1977er Jahrgang. Ich habe chronische Depressionen, DPS und eine GAS.

  • #10490

    Hallo, Oliver, willkommen im Forum!

    Ich kann dich gut verstehen, da es mir ähnlich geht. Ich bin Lehrerin und war bis zum vergangenen Jahr in Leitungsposition. Übrigens bin ich auch 51 Jahre alt. Die Leitungsaufgabe hat mich auch sehr viel Kraft gekostet und fiel mir oft sehr schwer, weil sie auch mit viel Netzwerkarbeit verbunden ist. Ich hatte einfach keine Energie für etwas anderes und wusste auch nicht, was meine Bedürfnisse sind. So habe ich mich selbst sehr eingeschränkt. Jetzt geht es mir deutlich besser, aber auch ich bin noch immer auf der Suche, was ich wirklich will und wie mein Leben aussehen soll.

  • #10492

    Hey Oliver, Trixi und Hörnchen

    Veröffentlicht von: @susan

    auch ich bin noch immer auf der Suche, was ich wirklich will und wie mein Leben aussehen soll.

    Hm, wie ich!

    Frage mich gerade, ob Menschen ohne ävps auch so sehr suchen? Ist das einfach die Zeit und die Gesellschaft in der wir leben oder ist das etwas weiteres, was für ängstlich-vermeidende typisch ist?

    Schönes Wochenende auch von mir. Es wird warm und sonnig!

    Judihui, der Frühling ist da! 🤩

  • #10494

    Herzlichen Dank für die freundliche Aufnahme und die Antworten!

    Identitätsprobleme sind bei ävps schon akzentuiert? Wir suchen uns, unsere Identität und unsern Wert im Aeussern. In uns gibt es keine Sicherheit und Geborgenheit, sondern Bedrohung, Scham und Einsamkeit. Aber im Aeussern fand ich die Erfüllung auch nicht, oder nur im kurzen Rausch (war und ist aber schön!).
    Meine Herausforderung ist es, die Phasen der Verlassenheit auszuhalten und zu überstehen ohne manisch irgendwelche Aktionen zu starten deswegen (Beziehungen…). Stattdessen meine Bedürfnisse zu erkennen, zu formulieren – auf erwachsene Art. (Wobei ich das kindlich rauschhafte nicht missen will, aber kontrolliert.) Und dann kommt nach und nach auch der Lebenssinn wieder, hoffe ich. Eine Möglichkeit sehe ich darin, sich eigene Welten zu schaffen. Nicht ohne Qualitätsanspruch, aber spielerisch und weniger auf das Resultat fixiert. zB ausgehenden von Tätigkeiten, die man gerne macht.

    Kennt Ihr diese Verlassenheitsgefühle? Wo man sich total hilflos fühlt, wie gelähmt? Falls ja, was macht Ihr dann (ausser Drogen:-)?

  • #10495
    Veröffentlicht von: @cytec

    Falls ja, was macht Ihr dann (ausser Drogen:-)?

    Alkohol? 😊

     

  • #10496
    Veröffentlicht von: @jeanny90
    Veröffentlicht von: @cytec

    Falls ja, was macht Ihr dann (ausser Drogen:-)?

    Alkohol? 😊

    Ist leider auch eine Droge 😉

  • #10497
    Veröffentlicht von: @jeanny90

    Alkohol? 😊

    Glaube, Samstag-Nacht um Zwei wäre das auch meine Antwort gewesen.

    Und es sieht aus, als ob hätte ich auch heute keine bessere Antwort ausser Drogen. Die helfen zwar auch nicht wirklich, aber verschaffen (zumindest mir) eine gelegentliche Auszeit von den Verlassenheitsgefühlen.

    Ich habe schon alles mögliche von Yoga bis Urschrei-Therapie ausprobiert. Aber ausser Akezeptieren und Aushalten hat nix geholfen.

    Immerhin, Akzeptieren und Aushalten fühlt sich tatsächlich ganz minim besser an, als einfach nur Aushalten.

    Mann mittleren Alters mit ÄVPS, Beziehungsangst und einem Alkohol-Problem. Aber ansonsten eine wirklich gute Partie.

  • #10523
    Veröffentlicht von: @cytec

    Belastend ist mein Perfektionismus, mich für meine Bedürfnisse zu schämen oder sie nicht einmal zu kennen.

    Oh ja! Ich kann auch ganz schlecht Abstriche machen. Ganz besonders nicht bei Sachen, die mir wichtig sind.

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