Ergotherapie

  • Dieses Thema hat 4 Antworten und 3 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert 1 Jahr zuvor von Ronja75.

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Ich mache gerade Ergotherapie und ich hoffe mal, dass ich dadurch zumindest etwas mehr Selbstvertrauen bekomme. Das schönste wäre natürlich, wenn das an der ÄVPS etwas ändern könnte aber ich kann es mir kaum noch vorstellen. Hat jemand Erfahrung mit Ergotherapie gemacht? Mit Psychotherapie konnte ich nie so richtig etwas verändern. Die Angst vor Ablehnung ist einfach zu gross und ich fühle Ablehnung leider zu stark. Wenn man sich mehr Dinge zutraut und kann, dann könnte theoretisch das Selbstwertgefühl grösser werden und die Angst vor Ablehnung sinkt, weil man Dinge sich z.B. selbst beibringt aber reicht das?

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  • #10557
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    Hallo Ronja75,

    ich hatte eine Ergotherapie, allerdings in einem anderen Zusammenhang: Nach einem komplizierten Armbruch habe ich dort Unterstützung dabei bekommen, die Funktionsfähigkeit meines Arms und vor allem auch der Hand, wieder herzustellen.

    Ich war daher etwas überrascht, dass Du Ergotherapie als ein Ersatz für Psychotherapie ins Spiel bringst. Daher habe ich vorhin den Wikipedia-Beitrag zu Ergotherapie gelesen und gelernt, dass es vom Konzept her ja durchaus Sinn macht.

    Daher würden mich Deine Erfahrungen mit dieser Art von Therapie sehr interessieren! Vielleicht magst Du ja ein bisschen erzählen, wie genau Du dort arbeitest bzw. wie man Dich unterstützt und natürlich auch, ob und wie Dir das hilft. Falls Du gerade erst am Anfang stehst und noch nicht viel sagen kannst, gerne auch erst zu einem späteren Zeitpunkt?

    Die Idee, dass das Selbstwertgefühl grösser wird, wenn man Dinge ausprobiert die man sich eigentlich nicht zutraut, ist natürlich auch schlüssig. Positive Erfahrungen machen sind der Kern jeder Verhaltenstherapie, oder?

    Allerdings muss ich dazu sagen, dass das so bei mir in den letzten 20 Jahren auch nie recht geklappt hat. Erkenn- und spürbare Fortschritte (oder positive Veränderungen) sind bei mir immer dann vorkommen, wenn die Medikation gut eingestellt war und während stationären Klinikaufenthalten. Das ist aber natürlich nur meine ganz persönliche Erfahrung und hat keine allgemeine Gültigkeit.

    LG, trixi

    Schweizerin mit 1977er Jahrgang. Ich habe chronische Depressionen, DPS und eine GAS.

  • #10561
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    @trixi  Ich mache das jetzt noch nicht lange und bin jetzt überrascht,dass es mir so gut tut. Vor Jahren hatte ich schon mal Ergotherapie,was mir gar nichts brachte. Es liegt aber auch am Therapeuten,der sich Gedanken macht und wo man keine Nummer ist,vermute ich. Ich darf mir aussuchen,was ich machen möchte und er fragt dann immer,wie es mir dabei geht und wie ich mich dabei fühle,ich lerne jetzt ein bißchen E-Gitarre 😍 was ich mir gar nicht vorstellen konnte aber ohne Druck und ohne Zwang und alles freiwillig und wichtig ist ihm,dass es Freude macht,ist natürlich so alles einfacher und ich mache die Erfahrung,dass ich etwas lernen kann und dass die Angst etwas weg geht,weil die Atmosphäre aber auch passend für mich ist. Er ist auch sehr geduldig und einfühlsam! Außerdem soll ich versuchen über mich jeden Tag etwas positives zu finden und auch jeden Tag,etwas positives in meinem Umfeld. Das fällt mir etwas schwer,über mich etwas positives zu finden. Ich übe das dann mal 😉 Also dann ist es auch so,dass ich entscheiden darf,in welchem Raum wir gehen und die Räume sind sehr gemütlich und beruhigend eingerichtet. Passend alles zur ÄVPS,ich glaube das ist eher ein Glücksgriff,so passend gibt es das wohl nicht so oft. Ich hatte in meiner letzten Therapie es nicht geschafft,dass die Angst in der Therapie weg gegangen ist,obwohl der Therapeut auch schon sich sehr bemüht hatte und ich eigentlich alles hätte erzählen können aber es fühlte sich so an,als ob es nicht echt wäre,ich war da nicht sicher und nicht frei,eigentlich schon aber es fühlte sich nicht so an. Vielleicht ist der Fokus jetzt eher auf die E-Gitarre und die passende Atmosphäre usw.,so dass die Freude überwiegt? Nur im realen Leben gibt es sowas ja nicht,ich denke,da würde ich wieder einknicken aber zumindest hilft es mir jetzt erstmal. Ich glaube,wenn wir das passende Umfeld hätten,könnte man mit der ÄVPS leben. Es tut mir aber gut,dass es Menschen gibt,die einfühlsam sind 🙂

     

  • #10562
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    Veröffentlicht von: @ronja75

     

    Ich glaube,wenn wir das passende Umfeld hätten,könnte man mit der ÄVPS leben.

     

     

    Das unterschreibe ich! Leider ist es wirklich schwer, diese Nische zu finden in der man mit ÄVPS gut funktioniert. Das ist meines Erachtens auch das Problem mit der Psychotherapie: Auch an mir wurde jahrelang „rumtherapiert“ und ich habe vieles an mir verändert. Wirklich geholfen hat aber schlussendlich etwas anderes: Ein komplett anderes Umfeld (verbunden mit einem Umzug „weit weit weg“).

     

  • #10589
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    Wenn man sich genügend Dinge beigebracht hat und man merkt,man kann vieles lernen,dann gewinnt man Selbstvertrauen und weiß,mann kann etwas und dann ist die Ablehnung von anderen Menschen nicht mehr das Problem (so der Ergotherapeut),allerdings werde ich doch trotzdem anderen Menschen nicht trauen,weil es könnte ja trotzdem eine Ablehnung kommen und ich doch trotzdem zur Sicherheit automatisch in die Vermeidung gehen,kann mir das kaum vorstellen. Es gibt Dinge,die ich kann aber was nützt es,wenn ich dann aber vor so vielen Dingen Angst habe,die ich noch nicht kann oder ich eben z.B. nicht nerven möchte,mich anpassen muss,keine Fehler machen darf usw. aus Angst vor Ablehnung. Warum nur kann ich mit der Ablehnung nicht umgehen? 🙁

     

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