Eigene Wünsche und Bedürfnisse

  • Dieses Thema hat 2 Antworten und 3 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert 1 Monat zuvor von Angelika.
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#13823

habt ihr auch solche Probleme eigene Bedürfnisse und Wünsche in einer Partnerschaft zu äußern und auch wirklich durchzusetzen?

Ich bin Meisterin darin mich aufzuopfern und irgendwie bin ich gerade an einem Punkt, nach 9 jahren, dass ich keine Kraft mehr habe. Mein Erwachsenes-Ich kann klar benennen was alles schief läuft und was mir fehlt, aber ich habe das Gefühl, dass mein Kritiker mich einnimmt und mich so zügelt, dass ich es mir gar nicht rausnehmen kann eigene Wünsche zu äußern oder gar eine Beziehung zu beenden.

Ich bin so zwiegespalten und merke gerade, dass ich nicht mal all das klar in Worte fassen kann.

Das Problem ist, dass mein Partner auch psychische Probleme hat und ich mir einfach auch Sorgen mache, was passiert wenn ich gehe. Es fühlt sich an, als würde ich ihn fallen lassen und das bewusst. Wie also soll ich mir das erlauben?

Vielleicht wollte ich das nur mal los werden. keine ahnung

 

 

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  • #13866

    Ich wünschte ich wüsste ein Geheimrezept.

    Leider ist das nicht der Fall. Aber ich hatte in meinem Leben mehr als eine Beziehung, die mir offensichtlich geschadet hat und auf keinen Fall gut war. Trotzdem habe ich mich lange mit der Frage geplagt: Bleiben oder gehen?

    Wie oft zuvor, warst Du an dem Punkt an dem Du das Gefühl hattest, keine Kraft mehr zu haben für diese Beziehung?

    Ich frage, weil ich selber nicht einmal beim ersten Mal gegangen bin. Das habe ich schlicht nicht hinbekommen. Vielleicht weil gehen zu viel Kraft braucht und man eben grad keine mehr hat. Ich kenne auch das Gefühl, zu bleiben, weil ich meinem Partner keinen Schmerz zufügen wollte. Mir haben Antworten auf Fragen wie diese ein wenig geholfen:

    Wenn Du nicht Du wärst, sondern eine gute Freundin von Dir, was würdest Du Dir raten?

    Bei mir war es jedes Mal so, dass ich dieser Freundin nicht nur einen Rat, sondern auf der Stelle eines meiner Zimmer zur Untermiete anbieten würde. Aus dieser gedachten Drittperspektive war klar, dass ich mich eigentlich schützen müsste. Aber meine damaligen Partner waren auch ausnahmslos gewalttätig, sei es verbal, emotional, körperlich oder sexuell.

    Du schreibst leider nicht, ob dies in Deiner Beziehung auch eine Rolle spielt?

    Du schreibst ausserdem, dass Du es Dir „nicht rausnehmen kannst eigene Wünsche zu haben“, auch das kenne ich von mir sehr gut. Ich habe mir viel zu lange noch nicht mal rausgenommen, eigene Bedürfnisse zu haben. Ich hatte auch keinen eigenen Geschmack mehr, seiner hat mir genügt … oder ich habe mich damit begnügt, dass sein Geschmack besser ist, als mit ihm zu streiten.

    Das war auch mein Ansatzpunkt, von dem aus ich es geschafft habe, diese missbräuchlichen Beziehungen zu beenden. Ich habe versucht wieder ein ICH zu werden. Das hat bei mir bedeutet, erstmal herauszufinden, wer ich bin. Wie ich bin. Was mir wichtig ist.

    Es hat funktioniert, denn irgendwann war ICH wichtiger, als seine verletzten Gefühle.

    Und noch etwas wichtiges zum Schluss: Lass Dich nicht drängen, die Beziehung zu beenden, wenn Du dazu noch nicht bereit bist. Wenn Du ein bisschen bist wie ich, dann könnte es sein, dass Du denkst, dass Du eigentlich die Beziehung beenden solltest. Dass Du es tun müsstest und es irgendwie arm ist, dass Du das nicht packst. Ist es nicht! Es ist vollkommen normal. Heute musst Du nichts entscheiden. Auch nicht morgen oder in einer Woche.

    Schweizerin mit 1977er Jahrgang. Ich habe chronische Depressionen, DPS und eine GAS.

  • #13894

    Hallo Klangfarbe

    Ich war lange mit einem narzisstischen Mann verheiratet. Bei mir kann ich feststellen, dass ich als junge Erwachsene durchaus Wünsche und Bedürfnisse hatte. Ich habe sie verloren, als ich mich in den falschen Mann verliebt habe. Anfangs war es für mich vollkommen in Ordnung mich von ihm führen zu lassen. Er war so viel attraktiver, gebildeter, besser als ich. Ich dachte anfangs oft, ich müsse mich glücklich schätzen.

    Bereits im ersten Jahr als gemeinsamer Haushalt war das Märchen vorbei und mein Prinz ein Frosch. Als ich das erkannte, hatte ich mich aber schon lange soweit angepasst und untergeordnet, dass ich nicht mehr zurück konnte. Ich hatte vergessen wie dieses „Zurück“ aussieht, wie es sich anfühlt.

    Bei mir hat es nach der Scheidung rund 5 Jahre und viele Therapiestunden gedauert, bis ich zum ersten Mal wieder so etwas wie ein Bedürfnis von mir selbst bewusst wahrgenommen habe.

    Schade, dass Du nicht mehr zu Deiner Situation und Deiner Beziehung geschrieben hast. Ich hoffe, ich habe jetzt nicht komplett an Deinem Thema vorbeierzählt. Hoffe, zumindest einige der umarmenden Gedanken die ich Dir schicke, kommen bei Dir an.

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