Depressionen wählt man nicht

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#14429

Als ich an einer Depression erkrankt bin, habe ich immer wieder gesagt bekommen, ich hätte doch gar keinen Grund. Stimmt. Ich hatte ein gutes Leben, Familie, Freunde und war beruflich recht erfolgreich in einem Job, den ich sehr mochte. Ich bin durchschnittlich attraktiv, hatte eine schöne und ganz normale Kindheit.

Ja, aber Depressionen interessiert das alles nicht. Depression ist keine Wahl. Man geht nicht hin und bilanziert und sagt dann: Oh ja, das reicht für ne mittelschwere Depression und dann ist es okay, sich schlecht zu fühlen.

Menschen, die mir nahestanden, gaben mir das Gefühl, irgendwie nicht «würdig» zu sein, für eine psychische Erkrankung. Ständig habe ich zu hören bekommen, dass sei doch normal und das hätte ja jeder mal. Als müsste ich mich einfach mal ein bisschen zusammenreissen.

Trotzdem habe ich mich um eine Therapie bemüht und weiss heute, dass dies der richtige Weg war. In der Therapie habe ich gelernt, dass meine Gründe genau so echt und gültig, wie alle anderen.

Auch wenn unser Umfeld unsere Krankheit nicht versteht oder gar anzweifelt, sollte man sich davon also nicht verunsichern lassen.

Sucht euch Hilfe, wann immer ihr das Gefühl habt, dass ihr alleine nicht mehr von diesem hoffnungslosen Ort namens Depression wegkommt.

Es kann wirklich jeden treffen. Niemand ist immun gegen psychische Probleme und es gibt nicht immer einen logischen Grund für die Erkrankung und es gibt daran absolut nichts, wofür man sich schämen müsste.

Aber ich möchte, allen noch etwas viel wichtigeres mit auf den Weg geben: Man kann auch wieder gesund werden. Heilung ist möglich. Vertraut darauf, dass es Licht am Ende des Tunnels gibt.

Ich wünsche Euch allen eine schöne Weihnachtszeit!

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  • #14430

    Ich habe ähnliche Erfahrungen mit DPS und Beziehungsgewalt. Auch ich habe von meinem Umfeld intensiv suggeriert bekommen, ich sei doch an meinen Problemen vollkommen selber Schuld. Schliesslich habe ich ja meinen gewalttätigen Partner ausgesucht oder könnte mich ja jederzeit von ihm trennen. Es tut weh, wenn psychische Erkrankungen vom Umfeld nicht verstanden werden.

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