Borderline / emotional instabile PS und ÄVPS? Andere mit dieser Kombi?

  • Dieses Thema hat 5 Antworten und 4 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert 8 Monate zuvor von mobreni.
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#9973

Hi ihr,

meine offizielle Diagnose lautet Borderline mit Ängstlich-vermeidender PS.

Ich tue mich schwer mit dieser Diagnose, da ich der Meinung bin, dass sich das kaum vereinbaren lässt. Ich war in einer Bordie-Selbsthilfegruppe und konnte da keine Gemeinsamkeiten zwischen mir und den anderen feststellen. Bordies stehen GERN im Mittelpunkt, suchen andauernd Auseinandersetzungen und Streit, wissen nicht wie sie sind und einige davon noch nicht mal, ob sie jetzt eher auf Mädels oder Jungs stehen. Alle in dieser Selbsthilfegruppe haben sie sich so verhalten wie ich es niemals tun würde, weil es genau meine ÄVPS-Glaubenssätze triggert.

Daher würde mich interessieren ob es andere mit dieser Doppeldiagnose gibt und wie ihr euch darin wiederfindet?

Grüessli von Roxie

 

Ich habe eine selbstunsichere PS mit emotional instabilen Mustern. Sprich, mein Leben ist einsam und chaotisch.

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  • #11598
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    Ich bin in Behandlung wegen einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung und habe mich daher intensiv mit Borderline beschäftigt.

    Ich verstehe, dass man ÄVPS und Borderline auf den ersten Blick nur schwer unter einen Hut bringt. Das liegt sicher auch daran, dass das öffentliche Bild von BPS sehr einseitig ist. Es beleuchtet eben auch das Leben jener BPS-Betroffenen die gern im Rampenlicht stehen.

    Das gilt aber so garantiert nicht für alle Betroffenen. Es gibt auch introvertierte Borderliner. Deren „Verrücktheiten“ passieren dann eben im stillen Kämmerlein und dort ist am Borderline-Dasein nun wirklich nichts cooles mehr.

    Bei mir richten sich Aggressionen immer in erster Linie gegen mich selber. Wenn ich sauer bin auf jemanden, dann springe ich ihm eben nicht ins Gesicht, sondern ich ritze mir heimlich die Arme bis die Wut verschwindet.

    Ich bin sicher schüchtern und habe viele soziale Ängste ohne dabei die Kriterien für ÄVPS oder eine soziale Phobie zu erfüllen.

    Ich falle sicher sehr oft wegen meiner BPS mehr auf, als mir lieb ist. Aber diese Aufmerksamkeit provoziere ich mehr passiv als aktiv.

    Ich kann mir daher vorstellen, dass es bei der zur Frage stehenden Komorbidität viel mehr um die Emotionsregulation bzw. um die Intensität der Empfindungen geht. Wird ein Mensch mit ÄVPS von seinen Emotionen regelrecht überwältigt, könnte das doch eine Form der Komorbidität sein.

    Ebenso wenn der Betroffene mit ÄVPS jemand ist, bei dem die Realitätsprüfung nicht immer funktioniert. Auch ein typisches Borderline Muster bei dem ich mir gut vorstellen kann, dass es eben nicht für alle ÄVPS-Leute gilt. Dort wo eine entsprechende Komorbidität vorliegt, wird dann aus: „Die mag mich wahrscheinlich nicht.“, ein „Die mag mich nicht. Das ist FAKT.“, und das in einer Situation in der der Betroffene schlicht nicht wissen KANN was Fakt ist.

    Eine ängstlich-vermeidender mit Borderline-Mustern ist für mich also problemlos jemand, den ich mir vorstellen kann.

    Gruss, Fiona

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  • #10590
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    Ich habe mal zu meiner ÄVPS zusätzlich mit „emotional instabilen Anteilen“ dazu bekommen. Also ich bin emotional instabil. Es könnte allerdings auch sein,dass ich,als ich im Krankenhaus war,wo ich die Diagnose bekommen habe,einfach nur völlig überfordert war und deswegen so war. Ich hatte dort extreme Panikattacken und sehr schlimme Anspannungen aber das Umfeld,die Behandlung,die Therapeuten usw. hat mich völlig aus dem Gleichgewicht gebracht. So bin ich sonst nicht,also so extrem aber vielleicht vermeide ich so etwas natürlich,um einfach nicht aus dem Gleichgewicht zu kommen. Ansonsten passt das alles nicht auf mich und ist ein Widerspruch finde ich. Borderliner sind doch ganz anders wie ÄVPSler,finde ich.

     

  • #10593
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    @rlabouche  also bei mir sollen es ja nur Anteile sein aber so richtig passend finde ich es trotzdem nicht,ein anderer Therapeut hat zu mir gesagt: “ Die haben mich nicht verstanden“. Das tat mir so gut,endlich ein Therapeut,der mich versteht und warum ich so überreagiert habe. 🙂 Ich war ja auf einer Station für Persönlichkeitsstörungen und der überwiegende Teil hatte Borderline und während ich mich unsichtbar gemacht habe und überreagiert habe,haben die Borderliner meist auch überreagiert aber das war meistens wegen den anderen Patienten/Therapeuten und es wurde gestritten und geschrien,was ich mir niemals vorstellen könnte 😮 bei mir war es eine Art Anspannung/Panik,weil ich nicht zur Ruhe gekommen bin,ist eigentlich ganz anders. In einem anderen Krankenhaus habe ich die abhängige Persönlichkeitsstörung bekommen,das passt zwar besser aber auch das passt nicht unbedingt zu mir. Ich vermute,so eine Diagnose kann vielleicht ein ambulanter Therapeut am besten stellen,der sich aber auch damit befasst hat und sich mit Persönlichkeitsstörungen auskennt. Die ÄVPS wird ja auch oft mit sozialer Phobie verwechselt und schon bekommt dann nicht die Hilfe,die man auch bräuchte 🙁

     

  • #14566
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    Hey Roxy,

    ich habe ebenfalls sowohl die BPS als auch die ÄvPS während einer stationären DBT diagnostiziert bekommen. Bei mir wurde sich zwei Wochen lang ausschließlich mit der Diagnostik beschäftigt, die mit mir dann anschließend ausführlich besprochen worden ist.

    Während der Therapie ist immer wieder betont worden, dass es nicht den klassischen Borderline-Patienten gibt. Bei Borderline handelt es sich ja vor allem um eine Störung der Emotionsregulation, die sich meiner Meinung nach nicht mit der ÄvPS widersprechen muss, vielmehr sogar nachvollziehbar ist. Bei meinem BPS-Test wurden 7 von 9 diagnostischen Kriterien erfüllt.

    Wünsche dir alles erdenklich Gute, bleib stark!

  • #10591
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    Veräffentlicht von: ronja75

    Ansonsten passt das alles nicht auf mich und ist ein Widerspruch finde ich. Borderliner sind doch ganz anders wie ÄVPSler,finde ich.

    Hui, bin ich gerade froh, dass andere das ähnlich sehen und erleben wie ich!

    Interessant finde ich auch, dass auch Du die Diagnose im Krankenhaus bekommen hast. Also zu einem Zeitpunkt, an dem es Dir gerade schlecht bis mies ging. Vermute, in einer akuten Krisensituation benehmen sich die meisten (alle?) irgendwie gestört, oder? Kommt mir vor, als ob würden da die Fachleute hin und wieder ihre eigenen Diagnose-Kriterien nicht beachten indem sie vergessen, dass Persönlichkeitsstörungen sich eben genau NICHT nur während einer akuten Krise zeigen.

    Whatever… Offenbar sind auch die Profis nicht unfehlbar? Das, oder wir beide sind dermassen bekloppt, dass uns sämtliches Bordie-Verhalten unsererseits vollkommen entgeht.

     

    Ich habe eine selbstunsichere PS mit emotional instabilen Mustern. Sprich, mein Leben ist einsam und chaotisch.

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