Beispiele für ICD-Kriterium „Überzeugung, unbeholfen, unattraktiv, minderwertig“

  • Dieses Thema hat 43 Antworten und 13 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert 1 Jahr zuvor von Ernalotte.

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#9910

Hallo miteinander

Die Kriterien für eine Ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung laut ICD sind bekannt und eigentlich selbsterklärend. Trotzdem fühlen sie sich für mich recht wage an. Daher möchte ich sie einzeln beleuchten.

2. Überzeugung, selbst sozial unbeholfen, unattraktiv oder minderwertig im Vergleich mit anderen zu sein

Meine Fragen:

    • Wie genau äussert sich das bei Dir?
    • Woran erkennst Du, dass dieses Kriterium bei Dir zutrifft?
    • Kannst Du ein konkretes Beispiel erzählen?
    • Wie kann ich mir das als Angehörige besser vorstellen?
    • Was kann ich als Angehörige vielleicht tun, um genau bei diesem Kriterium zu helfen oder zu unterstützen?

Danke für Eure Antworten!

 

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  • #10122

    „Habe ich das richtig gemacht, oder hätte ich das besser machen können? Die/der schafft sein Leben, ich tu mir schon mit einfachen Dingen im Haushalt manchmal schwer… warum schaff ich das nicht. Das wirkt bei den Anderen so leicht. Warum ist meine Psyche so kompliziert… das will sich doch kein Partner/Freund antun, das ist doch zu viel Arbeit für die. Kann man mich mit all meinen Fehlern überhaupt lieben? Interessiert sich überhaupt jemand wirklich für mich, oder machen sie das nur aus reiner Höflichkeit? Ich will etwas ändern, schaffe es aber nicht, oder weiß nicht wie… warum klappt das nicht, bin ich zu nichts zu gebrauchen? Die anderen schauen so gut aus, und ich bin einfach bäh, nicht attraktiv genug, deshalb traut sich auch keiner mich anzusprechen. Und wenn sie sich trauen würden, würde ich sie trotzdem nur wieder verschrecken wenn sie von meinen Problemen erfahren….“

    Das und vieles weitere spukt regelmäßig in meinem Kopf herum…

    Was mir gut getan hat war, wie meine beste Freundin mir versichert hat dass ich für sie liebenswert bin und sie meine jahrelange Freundscahft nach wie vor schätzt. Es fällt mir zwar manchmal trotzdem schwer daran zu glauben, aber ich versuche mich weiterhin daran festzuhalten.

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  • #10130

    Ich bin unattraktiv. Ich habe Übergewicht, kämpfe mit unreiner Haut. Körperpflege heisst für mich in erster Linie Hygiene. Ich bin nicht ungepflegt, aber mache halt den ganzen Schönheitswahn Schnick-Schnack (Maniküre, Pediküre, Enthaaren, Zupfen, Reissen, Cremlen, Pudern, Polieren, Rausputzen…) nicht mit. Wozu auch? Es macht keinen grossen Unterschied, ob man eine rausgeputzte Dicke ist oder einfach nur eine Dicke. Ist das nur meine ÄvPS? Ich denke nicht. Dicksein ist in unserer Zeit und in unserer Gesellschaft ganz klar „unattraktiv“. So werde ich behandelt. So fühle ich mich.

     

  • #10131

    Ich habe mein Leben lang mit Übergewicht gekämpft. Im vergangenen Jahr habe ich wegen der Depression ziemlich viel abgenommen. Jetzt bin ich bei Normalgewicht angekommen. Das Gefühl, unattraktiv zu sein, habe ich aber immer noch, auch wenn es etwas weniger geworden ist, weil im Geschäft alle Kleidungsstücke,  die ich probiere, passen und auch noch gut aussehen (okay, zur Zeit im Geschäft natürlich nicht, wegen Corona). Wenn man mir sagt, das sieht toll aus, ist es nur die Kleidung, aber ich beziehe es nicht auf mich.

     

  • #10132

    Ich war mein Leben lang übergewichtig. 2009 habe ich eine Magen-Bypass-OP machen lassen und 70 (!) Kilos in zwei Jahren abgenommen. Weitere drei Jahre hab ich das gar nicht richtig kapiert. Das Bild von meinem Körper war so sehr in meinem Kopf, dass ich mich jedesmal erschreckt habe, wenn ich unerwartet mein Spiegelbild gesehen habe. Komplimente betreffend mein Aussehen kann ich bis heute nicht annehmen. Es geht mir ganz genau wie Hörnchen: Ich beziehe das nicht auf mich. Ich bin absolut überzeugt, dass sich jede Frau mit ein bisschen rauszuputzen, wie es Ratatoeskr beschreibt, rund drei Attraktivitätslevel hochgraden kann. Ich sehe gut aus? … ist doch nur Haarspray, schicke Kleider, sexy Schuhe und reichlich Make-Up.

    Ich werde mich wohl immer unattraktiv fühlen.

    Ich bin jedoch keinesfalls „sozial unbeholfen“. Im Gegenteil. Ich kenne die Regeln und halte mich daran. Ich bin nicht schüchtern. Ich kann gut kommunizieren. Schüchternheit und Ängste kann ich überspielen. Mir nichts anmerken lassen.

    Schwieriger ist der Punkt mit der „Minderwertigkeit“. Bewusst, bin ich nicht der Meinung, dass ich minderwertig bin. Allerdings stelle ich immer wieder fest, dass ich mich oft so verhalte, als würde ich unbewusst eben doch genau das glauben.

     

    Schweizerin mit 1977er Jahrgang. Ich habe chronische Depressionen, DPS und eine GAS.

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  • #10137

    Ich fühle mich nicht Unattraktiv.

    Minderwertig hingegen schon. Da ich als relativ Intelligenter Mensch nur ein Hauptschulabschluss habe.

    Und wenn ich sehe was für Idioten heutzutage Abitur haben, kommt schon Minderwertigkeitsgefühle auf. Warum konbte ein Isiot das schaffen und ich wiederum nicht?

     

  • #10203

    Ich bin eine ziemliche Null. Ich sehe nicht gut aus, bin weder besonders intelligent noch besonders gebildet und es gibt wirklich nichts, was ich irgendwie gut oder gar besser als andere könnte. Egal wem ich begegne, ich schaue immer von unten nach oben.

     

  • #10223

    Schreibe dir 10 Dinge auf die du gut kannst.

     

    Wenn du glaubst das du gsr nichts gut kannst, schreibe dir 20 Dinge auf die du gut kannst.

     

    Du wirst *garantiert* 20 Dinge die du gut kannst finden! ^^

     

  • #10226

    Mit einer richtigen ÄVPS findet man allein weder 10 noch 20 Dinge, die man gut kann. Da braucht man schon andere dazu, die einen darauf hinweisen, z. B. einen guten Therapeuten. Und auch dann glaubt man die meisten Dinge nicht!

     

  • #10227

    @pharao

    Man kann sich auch mit Abitur und abgeschlossenem Hochschulstudium, langjähriger Berufstätigkeit und viel Erfahrung minderwertig fühlen. Das hat nichts mit dem Schulabschluss zu tun.

  • #10228

    @susan Also, mir fallen viele Dinge ein, die ich gut kann, trotz ÄvPS. Kaffee trinken. Süßigkeiten essen. Rumsitzen. Vermeiden. Im Bett liegen. Grübeln. Zweifeln. „Abers“ finden… etc pp…. 😶

    Nein… mir geht es auch genau so. Ich weiß nicht, was ich gut kann. Und genau, mit dem „daran glauben“ hätte ich auch größte Probleme.

     

  • #10229

    @susan

    Quatsch selbst der größte ÄVPSler schafft es garantiert 20 Dinge zu finden.

    Das ist eine Therapiemethode um zu erkennen das man doch nicht so schlecht ist, wie man *annimmt*.

     

  • #10230

    @pharao

    Ich finde es überhaupt nicht in Ordnung, dass du hier die Aussage eines Mitglieds mal eben so abwertest.

    Das ist zudem alles Andere als „Quatsch“. Ich sollte zB mal DREI Dinge benennen und schaffte das nicht.

    Und wenn es eine Therapiemethode ist/ sein sollte: Nicht jede Therapiemethode schlägt bei jedem auf gleiche Weise an.

     

  • #10231

    @pharao

    Ich finde es auch nicht in Ordnung, dass du meinst, dass ich Quatsch rede. Ich habe auch geschrieben, dass ein richtiger ÄvPSler das allein nicht schafft. Ich habe auch schon mit Therapeuten darüber gesprochen und habe dann mit Hilfe einige Dinge aufgeschrieben, aber überzeugt war ich auch dann nicht davon. Das ist kein mangelnder Wille oder fehlende Motivation, sondern ist einfach nicht möglich. Wenn es dir leicht fällt, hast du Glück, aber du kannst nicht einfach davon ausgehen, dass es anderen auch so geht. Die Ausprägungen von ÄvPS können unterschiedlich sein, jeder ist anders.  Es gibt auch den Ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitsstil, der noch nicht krankhaft oder behandlungsbedürftig ist und die Grenze zur Ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitsstörung ist fließend. Da scheint es hier einige zu geben, die stärker betroffen sind als du. Freu dich darüber, dass du das kannst, aber sag bitte nicht, dass wir Quatsch reden, denn für uns ist es ein echtes Problem!

     

  • #10232

    Ich bin selber ein stsrker AVPSler.

     

    Das geht sogar so weit,das ich als Kind nicht mal Schwimmen oder Fahrrad fahren gelernt habe und kann es bis heute nicht.

     

    Daher bin ich selber stark davon Betroffen.

     

  • #10233

    Ich habe Sie nicht abgewertet, sondern die Aussage als Falsch erklärt.

    Jeder wird auf 20 Dinge kommen und das unter *Garantie*.

    Die Methode stammt von einem Psychotherapeuten.

    Das du nicht auf 3 Dinge kommst, liegt wohl daran das du denkst es müssten herausragende Eigenschaften sein.

    Schon allleine seine Wohnung sauber halten zu können, ist so eine Eigenschaft.

    Und das kann nicht jeder. Ich zum Beispiel bin sehr Unordentlich.

     

  • #10235

    Mir ist etwas eingefallen was ich gut kann! Ich kann mit Therapeuten problemlos eine Stunde lang darüber diskutieren, wann man denn „etwas gut kann„!

    Spass bei Seite… ich hätte da auch keine Antwort parat und schon gar nicht 20 Dinge. Oder ist diese Methode etwa gedacht wie ein Vorstellungsgespräch? Dann kann ich gut atmen, gut gehen (ausser wenn ich stolpere) und gelegentlich gut schlafen. Bei einer Sache bin ich jedoch auch recht froh, dass ich es nicht so gut kann: Pauschalisieren!

     

    Ich habe eine selbstunsichere PS mit emotional instabilen Mustern. Sprich, mein Leben ist einsam und chaotisch.

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  • #10236

    @pharao

    Die Aussage ist nicht für jeden falsch.

    Und stell dir mal einen Lehrer vor, der zu einem Schüler sagt: Deine Antwort ist falsch./ Deine Antwort ist Quatsch.

    Das sind zwei sehr unterschiedliche Aussagen.

    Viele Methoden stammen von Psychotherapeuten, und helfen längst nicht jedem; man betrachte allein die Konfrontationstherapie, die helfen oder verschlimmern kann, je nach Mensch.

    Ich denke nicht über herausragende Eigenschaften nach, es geht um „gut können“. Ich kann vielleicht Dinge, aber GUT sicher nicht. Eher „gerade so“.

  • #10237

    @rlabouche

    Der Sinn dahinter ist, dass du erstmal merkst das du nicht so schlecht bist, wie du es annimmst.

    Wenn du dir 10 bis 20 Stärken aufschreibst, kannst du dich darauf konzentrieren und du gehst damit aus dem Vermeidungsverhalten raus.

    Du kannst dann Sachen die du gut kannst, weiter perfektionieren.

    Beispiel: Ich kann Schach spielen.

    Schon habe ich eine Motivation das verbessern zu wollen und melde mich im Schachverein an.

    Ich vermeide nicht mehr, sondern geh den *turn around*. Im Schachverein kriegt man sogar soziale Kontakte. Soziale Isolation wird damit noch zusätzlich besiegt.

    Die Übung dient dazu eine Motivation für das Aufraffen zu bekommen.

  • #10238

    @pharao

    Danke für die Erläuterung, aber danach habe ich in keinster Weise gefragt!

    Da Du mit Deinem Therapeuten offenbar gut kannst, rate ich Dir, diesen Beitrag hier mal Auszudrucken und mit ihm zu besprechen. Vielleicht gelingt ihm ja Dir klar zu machen, was ich und andere Benutzer hier versuchen Dir zu sagen:

    Die Art und Weise wie Du kommunizierst, wirkt arrogant, rechthaberisch, belehrend, nicht besonders klug und sogar verletzend.

    Wenn man andere Erfahrungen gemacht hat oder anderer Meinung ist, dann drückt man das nicht mit „Quatsch“ aus, sondern mit ICH-Aussagen („Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ….“ oder „Mir hat die Übung geholfen, weil…“).

    Wenn man eine Rückmeldung bekommt, wie die von Merle und Hörnchen, dann doppelt man nicht nach, sondern entschuldigt sich oder stellt klar, dass man es nicht so gemeint hat, wie es angekommen ist.

    Ich würde mich freuen, wenn ich auch Dich besser kennenlernen darf. Auch stört mich überhaupt nicht, dass Du offenbar ÄvPS anders erlebst als mich. Aber ich möchte keine Ratschläge, um die ich nicht gebeten habe und ich möchte von Dir auch nicht darüber belehrt werden, was ÄvPS ist. Es wäre also schön, wenn Du an Deinem Kommunikationsstil arbeiten würdest.

    Ich habe eine selbstunsichere PS mit emotional instabilen Mustern. Sprich, mein Leben ist einsam und chaotisch.

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  • #10239

    @rlabouche

    Das ist mein Kommunikationstil. Es liegt ja in deinem Ermessen ob du mein Ratschlag befolgen willst oder nicht.

    Aber Danke für deine Rückmeldung, ich habe schon öfters gehört das ich Übergriffig wirke. Du bist der erste der es mir genau Erläutern konnte.

    Es steht natürlich jedem Frei mir zu widersprechen und mich eines besseren zu belehren.

    Also meine Absicht war nur zu helfen und kein anderen Niederzumachen.

  • #10240

    @rlabouche

    Dann ist dieses doppeln wohl immer der Grund warum die mich in anderen Foren immer für ein Troll halten.

    Nein ich bin keiner. Zumindest keiner der es mit Absicht macht.

  • #10241

    Meine Lieben!

    Bin gerade wieder aus dem Bett gekrochen und habe mich zurück an den Rechner geschleppt. Habe Dominiks letzten Beitrag am Smartphone gesehen und beschlossen, dass ich jetzt entweder noch zwei weitere Stunden grübeln kann, oder ich stehe wieder auf und grüble mit Euch zusammen weiter.

    Ich muss gestehen, auch ich habe mich über Dominiks „Quatsch“-Aussage geärgert. Ein bisschen Empörung war auch dabei. Dann habe ich alles nochmal überdacht und muss nun mein spontanes Urteil über Dominik korrigieren.



    @pharao

    Ich glaube, Kommunikation gehört nicht zu Deinen Stärken. Für mich ist das okay. Ich hoffe, ich bin durchaus in der Lage, Dich zu lesen und dabei im Hinterkopf zu behalten, dass Du Dich manchmal etwas ungeschickt ausdrückst, es aber nicht böse meinst.

    Ich glaube aber auch, dass Du eine Bereicherung für dieses Forum hier bist. Dies ist nicht der erste Beitrag in dem Du Reaktionen auslöst und Leben in die Bude bringst. Ich geniesse sehr, dass ich hier ständig Gemeinsamkeiten mit anderen finde. Aber aus Übereinstimmung entsteht nur schwer Dialog. Daher finde ich schon, dass Deine Beiträge eine Bereicherung sind.

    Mir tut im Nachhinein leid, dass ich mich über Dich geärgert habe. Wenn ich nämlich ehrlich bin, dann muss ich eingestehen, dass ich schon begriffen habe, was Du mitzuteilen versuchst. Du hast Recht Dominik, es ist eine gute Übung die Du da vorschlägst.

    Und ich nehme Deine Herausforderung an! Hier geht’s zum Beitrag.

    LG & Gute Nacht!
    Trixi

    Schweizerin mit 1977er Jahrgang. Ich habe chronische Depressionen, DPS und eine GAS.

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  • #10243
    Veröffentlicht von: @pharao



    @rlabouche

    Dann ist dieses doppeln wohl immer der Grund warum die mich in anderen Foren immer für ein Troll halten.

    Nein ich bin keiner. Zumindest keiner der es mit Absicht macht.

    Nimm’s locker! Ich kenne das auch. Habe öfter mal zu hören bekommen, dass ich unfreundlich sei, obwohl ich’s gar nicht so gemeint habe. Denke, da bestätigt sich das Klischee, dass Männer anders zu kommunizieren als Frauen. Aber ich hoffe doch, dass die Ladies hier nachsichtig sind mit unseren Rüpeleien.

    Veröffentlicht von: @trixi

    Mir tut im Nachhinein leid, dass ich mich über Dich geärgert habe. Wenn ich nämlich ehrlich bin, dann muss ich eingestehen, dass ich schon begriffen habe, was Du mitzuteilen versuchst. Du hast Recht Dominik, es ist eine gute Übung die Du da vorschlägst.

    Signed! Ich will’s auch probieren, muss aber sagen, dass es mir verdammt schwer fällt überhaupt etwas zu finden in dem ich gut bin. Grad spontan fallen mir nur hunderte von Dingen ein, in denen ich nicht gut bin.

    Mann mittleren Alters mit ÄVPS, Beziehungsangst und einem Alkohol-Problem. Aber ansonsten eine wirklich gute Partie.

  • #10245

    @gideon

    Es kann alles mögliche sein.

    Du sollst dich nur auf die Dinge konzentrieren die du kannst. Nicht die 100 Dinge die du nicht kannst.

    Ich kann kochen.

    Ich kann meine Wohnung sauber halten.

    Ich kann gut Zuhören.

    Solche banalen Dinge können es sein und davon findet jeder 10. Und wenn du glaubst keine 10 Dinge zu finden, ist die Aufgabe 20 Dinge zu finden. Und auf die kann jeder *garantiert* kommen.

    Der Effekt ist, dass du feststellst das du gar nicht so schlecht bist, wie du es *jetzt* von dir denkst.

    Dies als Erläuterung.

  • #10246

    @trixi

    Bei der Übung kann ich nicht mitmachen.

    Ich komme locker auf 20 Sachen. Da ich die Übung schon privat gemacht habe.

  • #10249
    Veröffentlicht von: @gideon

    Ich will’s auch probieren, muss aber sagen, dass es mir verdammt schwer fällt überhaupt etwas zu finden in dem ich gut bin.

    Ja wenn es einfach wäre, dann wär’s ja keine Herausforderung!

    Tue mich ja selber schwer, aber ich will’s versuchen. Es müssen mir ja nicht heute 20 Dinge einfallen. Mal schauen!

    Schweizerin mit 1977er Jahrgang. Ich habe chronische Depressionen, DPS und eine GAS.

  • #10250

    @pharao

    Ja klar, Du bist ja auch der Herausforderer. Bin gespannt, ob es mir – sofern ich mal auf 20 komme – danach auch leichter fallen wird

    Schweizerin mit 1977er Jahrgang. Ich habe chronische Depressionen, DPS und eine GAS.

  • #10251

    @trixi

    Du kannst dir dann von den 20 Sachen 3 herauspicken die du verbessern möchtest.

    Ich weiss das ich Schach spielen kann. *Daher habe ich mich jetzt im Schachverein angemeldet und hoffe es verbessern zu können.*

    Hier habe ich schon eine Stärke, die mich aus mein Vermeidungsverhalten rausbringt.

  • #10252

    Eigentlich ist die Aufgabe auch nur 10 Dinge zu finden.

    Nur wenn du glaubst das du keine 10 Dinge finden kannst musst du dir 20 Aufschreiben.

    Und man wird garantiert 20 Dinge finden.

    Es können auch Dinge sein, die als Belanglos zählen.

    Ich kann gerade aus laufen, könnte schon eine Stärke sein. (Was ein Betrunkener ja nicht schafft)

     

  • #10253

    Als ich das erste mal von der Übung gehört habe, habe ich gedacht das ich höchstens auf 3 komme.

    Dann habe ich Sie gemacht und genau wie der Psychotherapeut es vorhergesagt hat bin ich auf 20 Dinge gekommen!

  • #10277

    @trixi Einverstanden. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass hier so ziemlich jeder der’s nicht nötig hätte, was gelernt hat… während gleichzeitig die einzige Person die etwas hätte lernen (oder merken, realisieren, anerkennen) sollen, immer noch nichts kapiert hat.

    Ich habe eine selbstunsichere PS mit emotional instabilen Mustern. Sprich, mein Leben ist einsam und chaotisch.

  • #10289

    @rlabouche

    Du bist (hier in deinen Texten) eine ganz schön feurige Person. Das meine ich auf jeden Fall positiv.

     

  • #10315

    @pharao,ich habe Abitur,aber ich fühle mich trotzdem minderwertig.Zudem glaube ich nicht,dass ich besonders attraktiv bin,und meine Figur ist flexibel – d.h. ich war 2x magersüchtig,aber bis vor einem Jahr hatte ich über 100 kg und habe nur wegen einer schweren Depression jetzt wieder etwas weniger Gewicht.Diese Selbstzweifel machen mir das Leben extrem schwer,und ich muss immer noch mal nachhaken,ob auch alles so in Ordnung ist – mit dem Resultat,das andere Leute mich anschreien,weil ich ihnen damit auf die Nerven gehe.Dabei meine ich es doch immer nur gut und will keinen übergehen.Das geht sogar so weit,dass ich im Krankenhaus hinter die anderen Patienten zurücktrete,deren Behandlung ist schliesslich wichtiger als meine.

  • #10383

    @christkindchen

    Ja mir ist auch aufgefallen das es Gymnasiasten gibt, die genau so schlecht dran sind wie wir. Es liegt wohl doch nicht nur daran, dass ich zur Unterschicht gehöre.

    Kommen wohl mehrere Faktoren hinzu.

     

  • #10388

    Um wieder zurück zum Thema zu kommen würde ich meine soziale Unbeholfenheit so beschreiben.

    Zum einen finde ich Smalltalk ganz schrecklich und schwierig vorallem mit Fremden. Ich versuche immer möglichst von mir selbst abzulenken, da mir mein Lebenslauf und meine jetzige Lebenssituation unbeschreiblich peinlich ist und sich wie ein einziges Versagen anfühlt. Außerdem bin ich häufig total ratlos darüber,  was man denn jetzt erzählen könnte. Ich komme meist garniert auf die Idee, das irgendetwas aus meinem Leben oder aus meinen Gedanken überhaupt nur ansatzweise interessant für jemanden sein könnte und finde selten ein Thema welches es aus meiner Sicht dann Wert ist, ein Gespräch darüber aufzubauen. Deshalb kommt es selbst unter meinen engsten Vertrauten sehr selten dazu, dass ich ein Gespräch von mir aus beginne. Auf andere eingehen kann ich ganz gut. Jedoch bin ich auch sehr vorsichtig in meinen Aussagen. Wenn ich mich in etwas nicht sehr gut auskenne, habe ich das Gefühl zu dumm oder zu ungebildet zu sein als das meine Meinung dazu jetzt von Wert wäre. Ich staune häufig wie unbedacht manche einfach so drauf los plappern können.

    Außerdem fällt es mir sehr schwer mich bei Autoritäten und besonders dominanten Personen durchzusetzen. Lasse mich häufig zu schnell unterbuttern oder versuche es erst garnicht, da ich mich im Kopf schon selbst abwerte. Ich versuche stehts mich durch die Augen der anderen auf „Fehler“ und „Schwächen“ abzuscannen und habe dann Angst dadurch bloßgestellt zu werden. Außerdem will ich niemandem auch nur kleinste Umstände bereiten, da ich mich für nicht wichtig genug nehme.

    Enge Beziehungen aufzubauen und zu erhalten fällt durch das so geringe Selbstwertgefühl auch sehr schwer. Da es kaum zu glauben ist, dass jemand einen wirklich mag und sich für einen interessiert, wenn man sich selbst nicht leiden kann. Ich bin stehts voller Schuld und Scham Gefühle für meine ganzen Schwächen und nicht geschafften Dinge. So hab ich ständig das Gefühl etwas verstecken zu müssen, eine Maske zu tragen,  damit ich überhaupt akzeptiert werde. Diese Maske vor jemanden abzulegen ist extrem schwer. Sie taucht ganz automatisch auf und hindert mich daran, mich offen zu zeigen und so echte Nähe zulassen zu können. Dabei wünsche ich mir das eigentlich sehr. Doch immer habe ich im Hinterkopf, dass diese Person mich sicher verlässt, verspottet, mich als abstoßend oder belastend empfindet, wenn sie nur wüsste wie ich wirklich bin.

    Es braucht enorm viel zeit und immerwieder ein „auf mich zugehen“,  bis ich vertrauen fassen und glauben kann, dem anderen etwas zu bedeuten. Ansonsten gehe ich immer erstmal davon aus egal und nicht wichtig zu sein und nur zu stören oder mich sogar lächerlich zu machen,  wenn ich selbst auf die Person zugehe…

  • #10391

    @ernalotte

    Ich finde mich in deinem Text total wieder. Auch ich lasse mich von dominanten Personen schnell unterbuttern. Ich habe Angst vor deren Kritik, weil ich genau weiß,  dass ich in einem Gespräch den Kürzeren ziehen würde, weil ich einfach keine Erfahrung damit habe, meine Meinung zu sagen, ganz davon abgesehen, dass ich manchmal sogar sehr unsicher bin, was meine Meinung überhaupt ist. Aber auch das hat etwas mit meinem Selbstwertgefühl zu tun, weil ich später merke, dass ich vollkommen richtig lag, mich aber nicht getraut habe, etwas dazu zu sagen. Ich würde auch sachliche Kritik als persönlich betrachten und wäre dann nicht mehr in der Lage, mich zu verteidigen. Also lasse ich mich auf solche Gespräche gar nicht mehr ein.

    Die Maske, von der du sprichst, habe ich auch. Ich habe gerade versucht mit meinem Therapeuten herauszufinden, wann ich diese Maske nutze und warum. Aber auch das ist nicht leicht, wenn man an ganz konkrete Dinge denkt. Insofern brauchen  bei mir andere Menschen sehr viel Energie, um mich zu erreichen und wirklich kennen zu lernen. Diese Energie hatte aber leider noch niemand. Und mir fehlt leider die Energie, an dieser Maske zu arbeiten.

  • #10425

    @ernalotte,sehr gut beschrieben. Es könnte eine Beschreibung meiner Gefühle sein. Manchmal gerate ich auch in Unterhaltungen, zu denen ich nicht viel beisteuern kann, weil ich die Materie nicht gut genug kenne. Dann komme ich mir trotz Abitur minderwertig und mangelhaft gebildet vor. Oder ich weiss tatsächlich über manche Themen bescheid, mache dann aber schnell einen Rückzieher, wenn der Andere oder die Anderen laut genug sind und mich überschreien, dass ich dastehe wie Klein – Doofi.

     

  • #10427

    @ernalotte

    Das hört sich irgendwie total nach mir an.

  • #10429

    Ich wünsche diese Gefühle, Blockaden und Sorgen zwar niemandem. Aber es ist gut zu wissen, dass man nicht die Einzige damit ist.

    Es ist sehr frustrierend seine Schwächen und deren Ursache zwar zu kennen aber dann doch häufig automatisch mit diesen Mustern zu reagieren.

    Es ist so bescheuert sich selbst so klein zu halten. Man vermeidet vielleicht kleinere Verletzungen aber eben auch ein erfülltes Leben.

    Ich nerve mich selbst total, weil meine Vergangenheit mich immer noch so sehr prägt.

    Dabei bin ich schon lange gross genug um für mich selbst einzustehen. Und doch tanze ich Limbo unter meinen Möglichkeiten.

     

  • #10433

    @ernalotte,ich kenne die Geschichte vom Elefanten an der Kette. Eine Psychologin hat sie mir während einer Therapiestunde erzählt. Ich weiss genau, dass ich so ein Elefant bin. Vielleicht ist es ja gerade das Tragische ,dass ich es weiss, aber nicht den Mut habe, die lächerliche Kette einfach durchzureissen. Ich könnte dabei ja wieder etwas falsch machen.

     

  • #10434

    „könnte“,würde,wäre…
    Das ist mehr als tragisch.
    Ich glaub das einzige was wir wirklich „falsch“ machen können ist, uns selbst noch länger so gefangen zu halten und unser Leben nicht in vollen Zügen zu leben. Niemand hält uns mehr davon ab! Wir machen uns selbst zum Opfer. Ich verletze mich selbst auf diese Art dauerhaft schlimmer als es je ein anderer könnte. Und ich werde mir das nie verzeihen, wenn ich nicht bald einen Weg daraus finde.

  • #10435

    Ein Weg daraus wäre toll (wieder ein „wäre“!). Ich habe noch keinen Weg gefunden.  Man kann sich nur in einzelnen Situationen überwinden. Aber was sich in fünfzig Jahren entwickelt hat, lässt sich nicht so einfach ändern. Ich habe mir auch vorgenommen, etwas zu ändern, aber leider macht mir die Pandemie da gerade so richtig einen Strich durch. Ich weiß, dass ich mich selbst zum Opfer mache und mich sehr einschränke. Aber leider weiß ich nicht, wie ich das zur Zeit ändern kann. Oft merke ich auch gar nicht, dass ich in vielen Situationen einfach Angst habe, sondern ziehe mich einfach zurück, ohne in dem Moment genau zu wissen, warum. Erst wenn ich später darüber nachdenke oder von anderen darauf gestoßen werde, merke ich es.

     

  • #10436

    Ja ich weiß ja leider auch, dass es keine einfache und schnelle Lösung daraus gibt.
    Ich werde nur in sehr kleinen Schritten voran kommen und wohl lebenslang daran arbeiten müssen.
    Auch ich merke es oft zu spät, dass ich wieder in diesen alten Mustern stecke.
    Es fällt mir nur sehr schwer das zu akzeptieren.
    Eben weil ich selbst mein größtes Problem bin und ja eigentlich die grundlegenden Fehler erkenne,sie dennoch trotzdem immerwieder mache. Es fühlt sich an als hätte ich kaum kontrolle über mein eigenes Handeln.

    Und es tut sehr weh sich vorzustellen, dass sich das den Rest meines Lebens nichtmehr groß verändern wird, Träume und Ziele so zerplatzen lassen zu müssen.
    Es ist einfach unglaublich wie extrem einen sehr frühe Erfahrungen fur immer beeinflussen.
    Der Grad zwischen der Akzeptanz dessen und einem sich auf der Störung ausruhen ist sooo schmal.
    Ich will auch nicht mehr darüber jammern und an einer besseren Zukunft arbeiten. Frage mich nur dauernd wie die noch aussehen kann und ob ich je sowas wie zufrieden sein werde.

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