Antwort auf: Berufsleben, wie klappt es für euch?

Autor
Antworten
  • #14782

    Hallo zusammen, ich bin neu hier und war eigentlich noch nie in solch einem Forum aktiv.

    Ich habe es geschafft nun 53 Jahre alt zu werden, was nicht leicht war. Ich stand diverse Male vor dem Suizid und war auch schon 2mal stationär in einer Psychiatrischen Klinik. Am 29.08.22 ist es wieder soweit, dann werde ich wieder aufgenommen.

    Aber hier soll es ja um mein Berufsleben gehen.

    Nach dem Abitur wusste ich nicht was ich machen sollte. Ich hätte zwar gern einen kaufmännischen Beruf gelernt, aber meine Familie hat mir nahegelegt Verwaltungsbeamter zu werden. Ich habe zwar gesagt, dass ich Kaufmann werden will, habe mich aber nicht getraut gegen den Willen der Familie aufzubegehren.

    Ich habe fast alles an Jobs gehabt was es in einer Kommunalverwaltung so gibt. Ich war immer der zweite Mann, aber immer auch mit Führungsverantwortung. Personalamt, Hauptamt, Ordnungsamt, Immobilienverwaltung etc. Ich glaube ich war immer ein „guter Mitarbeiter“. Ich habe alles gemacht was man von mir wollte. Oft hat es in mir rebelliert. Aber ich hatte nicht den Mut „Nein“ zu sagen. Ohne Vorgesetzten war ich aber nie zu gebrauchen, der mir klar gesagt hat wo es langgehen soll. Ich habe mich nicht getraut eigene Entscheidungen zu treffen.

    Bis ich im Jahr 2010 eine Entscheidung getroffen habe und mich damit mit meinen Vorgesetzten angelegt habe. Das konnte und wollte man sich nicht gefallen lassen. Man hat sich entschlossen mich mit Gewalt aus dem Dienst zu entfernen mit einem an den Haaren herbeigezogenen Vorwurf, ohne Substanz. Man hat mich sogar bei der Staatsanwaltschaft angezeigt. Dieser Vertrauensbruch hat mich völlig aus der Bahn geworfen. Ich war lange dienstunfähig und kann bis heute keine Leitungsfunktion mehr ausüben. Auch nicht bei meinem neuen Dienstherrn, bei dem ich jetzt arbeite. Ich prüfe jetzt Anträge nach Schema F. Selbständiges Denken wird nicht mehr gefordert. Beruflich bin ich gebrochen und warte auf die Pension. Seit 6 Monaten ist meine ÄVPS und schwere Depression anerkannt und ich bin schwerbehindert. Ich kann mit 60 in Pension gehen.