Antwort auf: Liebesbeziehung? Lieben und geliebt werden mit ÄVPS

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    Wow das sind viele sehr tiefgreifende Fragen, welche man sicher einzelnd schon Seitenlang aus eigener Sicht beantworten könnte.

    Trixie hat malwieder vieles sehr gut auf den Punkt gebracht und ich könnte ihre Antworten alles so unterschreiben. Aber auch Gideons ehrliche Antwort kann ich sehr gut nachvollziehen.

    Ich bin auch von der Fraktion Dauersingle, der es sich eigentlich anders wünscht.

    Es ist sehr schwer Außenstehenden oder Angehörigen zu erklären, was genau diese Themen alles in einem auslösen können.

    Deshalb erstmal einpaar spontane Gedanken dazu.

    Mir fällt auch immerwieder auf,  wie stark ich mich auf andere einstelle sobald ich mit Menschen zusammen bin. Es ist erstaunlich,  als hätte man plötzlich keine eigenen Bedürfnisse und Meinungen mehr. Nicht so das man sich nicht traut sie zu äußern, sondern man hat einfach garkein Gefühl mehr dazu. Und es ist dann wirklich fast egal bzw.voll okay was der andere gerade hören, sehen, essen oder machen will. Deshalb brauche auch ich immerwieder Zeit nur für mich. Um aufzutanken und mich wieder mit eigenen Bedürfnissen und Vorstellungen verbinden zu können. Aber auch um diese ständige „Hab-Acht-Haltung“ mal etwas runter zu fahren. Das ganze ist nämlich auf Dauer sehr schlauchend.

    Ich hab die Erfahrung gemacht viel zeit mit ähnlich tickenden Menschen zu verbringen,  kann sehr anstrengend und zäh sein. Da man immer umeinander tänzelt und keiner Entschuldigungen treffen will. Deshalb bräuchte mein Partner sicher eine gewisse Souveränität und Selbstbewusstsein. Er muss schon grob wissen was er will und ob er mich wirklich will so wie ich bin. Das teste ich auch unbewusst vorallem am Anfang immer wieder und genau. Bis ich wirklich glauben kann, dem anderen etwas zu bedeuten. Somit braucht mein Partner auch viel Geduld mit mir. Da ich lange und viel Vertrauen brauche um mich wirklich öffnen zu können. Trotz meiner Verletzlichkeit brauche ich klare, ehrliche und direkte Menschen um mich. Das gibt mir etwas Sicherheit. Sonst grübel ich viel zu viel darüber nach, was derjenige wirklich über mich denkt. Ich mag es nicht wenn man mir Honig ums Maul schmiert oder mich mit Samthandschuhen anfasst, weil man mich nicht verletzen will. Wenn ich jemanden nicht zutraue mich auch zu kritisieren, dann kann ich auch kein Lob oder Zuneigung ernst nehmen. Ich hoffe man versteht was ich meine.

    Mir ist klar das ich einen echten Beziehungsaufbau/erhalt für die andere Person auch sehr schwierig mache. Deshalb will ich mich auch immer niemandem zumuten. Und hab auch schon häufig Kontakte abgebrochen. Flirtversuche blocke ich häufig schnell und unbewusst erstmal ab. Oder ich bemerke sie erst garnicht oder erst spät. Da mir nicht in den Sinn kommt,  dass diese Person mich wirklich gut finden könnte. Und wenn doch,  dann ja nur oberflächlich. Denn ich hab ständig das Gefühl mich wie ich wirklich bin nicht zeigen zu dürfen. Starke andauernde Schuld und Schamgefühle die mich darin blockieren echte Nähe zulassen zu können. Auch wenn ich rational gesehen weiß, dass es nicht berechtigt ist. Wenn man ein so geringes Selbstwertgefühl hat, ist es kaum möglich darauf zu vertrauen, dass man für jemanden Liebenswert ist und diese Person bei einem bleiben wird trotz oder weil sie einen „wirklich“ kennt. Über diese ganzen Gefühle zu sprechen fällt mir auch extrem schwer. Häufig bin ich schon wie vor Schreck ganz verstummt. Fand keine sinvollen Worte mehr, wenn ich mich und meine Gefühle erklären wollte. Plötzlich nurnoch leere im Kopf und Druck. Ich denke das hängt mit einem tief verankertem Gefühl eines großen Verbotes zusammen. Ich hab mir ab irgendeinem Punkt als Kind verboten eigene Gefühle, Bedürfnisse,Wünsche auszudrücken. Aus Angst jemanden zu überfordern, abgelehnt, gedemütigt oder verlassen zu werden. So hab ich mein lebenlang versucht das zu vermeiden und verlernt darauf zugreifen zu können. Beziehungen wirken also bedrohlich. Da man sich entweder völlig von der Person einnehmen lässt oder andernfalls in große Panik verfällt nicht gut genug zu sein und verlassen/verletzt und boßgestellt zu werden.