Antwort auf: Hilfe

Autor
Antworten
  • #10414

    casimir

    Am ehesten passt da vielleicht mein „Auszug“ (eher weglaufen). Das wurde nicht verstanden, egal, wie sehr ich versucht habe es zu erklären. Meine Familie hat dann meine Ex-Freundin zum Sündenbock gemacht, und mich nur noch zu Pflichtsachen eingeladen. Meine Angst, verstoßen zu werden (für das, was ich denke und fühle), wurde damit zur Realität. Jetzt werde ich regelmäßig zu Spieleabenden eingeladen, was einen bitteren Beigeschmack hat.

    Meistens, glaube ich, fehlt das „Nachvollziehen können“. Hatte ich letztens mit meiner Oma, die jedes Mal, wenn ich sie sehe, zur Sprache bringt, dass ich mein „Talent“ (bla bla bla) als LKW-Fahrerin verschwende. Ich war jetzt monatelang in einer Rechtfertigungsschlaufe. Letztes Mal habe ich das weitergehend erklärt und auch gesagt, dass solche Aussagen Stress in mir Auslösen und sowas wie eine Leere erschaffen. Selbst wenn eventuell vielleicht in mir was ist, das etwas anderes im Leben machen möchte, komme ich da so nicht ran, weil ich permanent damit konfrontiert werde, dass das, was ich tue, scheinbar nicht gut genug ist. Ihre Antwort war „Ich kann das nicht verstehen, weißt du ja. Ich sag dazu nichts mehr. Ich habe jetzt Angst, was zu sagen.“

    Daraufhin habe ich praktisch alles zurück genommen und ihr gesagt, dass sie da ruhig was zu sagen kann und sie keine Angst haben brauch. Mir wurde ein schlechtes Gewissen gemacht. Ich liebe meine Familie, aber was sowas angeht, ist sie katastrophal. Und ich springe jedes Mal drauf an und nehme meine Bedürfnisse zurück.

    Wenn unser Umfeld unsere Bedürfnisse persönlich nimmt, ist das nicht unsere Schuld, nicht unsere Verantwortung.

    Ich finde das mangelnde Verständnis deiner Familie traurig und sehr schade für dich. Immerhin hast du versucht dir etwas gutes zu tun (darauf kannst du stolz sein!), und dann kommt solcher Gegenwind.

    Grade die Familie ist manchmal ein harter Brocken und unglaublich starrsinnig. Man darf auch nicht vergessen, dass unsere Probleme irgendwo ihren Ursprung haben – der nunmal in der Regel in der Familie liegt.