Antwort auf: Vorstellungsrunde – zu Übungszwecken :)

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  • #10352

    Yo,

    freue mich sehr, dieses Forum gefunden zu haben.

    Ich heiße Claudia, lebe in Jena und studiere mit wenig Begeisterung Psychologie (keine Angst, ich analysiere niemanden…. ich werfe höchstens mal mit Fachbegriffen um mich 😀 … aber meine Interessen gehen eher in Richtung Gesundheitspsychologie oder Sozialpsychologie). Dank meiner Störung werde ich wohl auf diesem Gebiet nie arbeiten. Ich habe es schon versucht, hat keinen Spaß gemacht. LOL
    Ansonsten treibe ich mein Unwesen in der Gastronomie und in der politischen Bildungsarbeit. Das ist natürlich gerade sehr eingeschränkt (bzw. der Job im Café ruht komplett und fehlt mir), aber gerade in der Bildungsarbeit tun sich durch die Online-Seminare neue Türen auf, das ist spannend. Außerdem mache ich haufenweise Sport (v. a. Karate, manchmal Fußball und Volleyball, zwischendurch viel Laufen und Fitness), bin ehrenamtliche Hospizbegleiterin und pflege sehr viele Zimmerpflanzen und einen Garten.

    Ich habe eine „kombinierte Persönlichkeitsstörung“ mit Anteilen aus Borderline, ÄVPS und noch ein paar mehr. Die Diagnose hat mir mal ein Gerichtsgutachter gestellt.
    Mit oberflächlichen Kontakten habe ich kaum Probleme. Aber es wird schwierig, wenn es um engere Beziehungen, Nähe, sich öffnen, Konflikte oder Bewertungssituationen geht. Mein Selbstbild ist extrem negativ. Ich kann mich zwar inzwischen davon lösen, aber rutsche immer wieder zurück. Im Allgemeinen werde ich sehr leicht getriggert (Borderline halt) und habe dann Mühe, angemessen zu reagieren. Manchmal, phasenweise, hatte ich richtig krasse Wut- und Gewaltausbrüche oder habe sehr manipulativ agiert oder mich in anderen Phasen massiv zurückgezogen und auf gar nichts mehr reagiert. Dadurch habe ich  allerlei soziale, finanzielle und juristische Probleme angehäuft und darauf auch mit entweder Wut oder Rückzug reagiert.
    Im Moment geht es mir allerdings sehr gut und ich bin stabil und optimistisch, dass ich diese Störung hinter mir lassen kann. Ich habe zwar einerseits unglaublich viel Angst, andererseits aber auch richtig Bock, mein Leben in den Griff zu kriegen und genießen zu können ohne dieses Gefängnis in meinem Inneren. Ich weiß vom Verstand her, dass mein Selbsthass ungerechtfertigt ist und dass mein Gehirn da Mist baut.
    Deswegen ist mein Fokus gerade darauf das bekloppte Studium abzuschließen, und dann zu schauen, wie ich am besten beruflich und finanziell auf die Beine komme. Die anderen beiden Baustelle sind schwieriger: entspannte,“tiefer“ gehende Sozialkontakte und ein stabiles, realistisch positives Selbstbild.
    Irgendwann in näherer Zukunft ist auch nochmal Therapie dran.

    Vielleicht gibt es ja hier die eine oder andere gegenseitige Inspiration. 😉
    Wünsch Euch nen schicken Abend!