Antwort auf: Vorstellungsrunde – zu Übungszwecken :)

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  • #10350

    Hallo, ich trau mich auch mal.

    Erstmal möchte ich sagen das ich sehr froh bin dieses Forum und somit Menschen mit ähnlichen Schwierigkeiten, Gedanken und Gefühlen gefunden zu haben. Es tut gut von euch zu lesen !  Und ich konnte auch schon zu einpaar Themen meinen Senf dazu geben. Vielen Dank an die Gründerin und allen Mitwirkenden dieser Plattform. Ich denke genau soetwas hat gefehlt und könnte für einige Betroffene und Angehörige sehr hilfreich und wichtig sein.

    So nun zu mir.

    Ich bin 32 Jahre alt und komme aus NRW. Die Diagnose habe ich letztes Jahr bekommen wobei ich aber schon länger den Verdacht hatte. Erste Anzeichen gab es bereits in der Kindheit und seit meiner Pubertät hatte ich immerwieder schwere depressive Episoden,  welche leider im laufe der Jahre immer intensiver und langanhaltender wurden.Ich hab mich aber auch erst vor 2 Jahren das erste mal so richtig in Behandlung begeben und seitdem zwei Voll- und einen Teilstationären Aufenthalte hinter mir. Wobei ich jedes mal direkt danach wieder abgestürzt bin, da ich sehr fest in schweren Depressionen stecke und mir die Kraft und die Zuversicht fehlt malwieder neu anzufangen. Vorallem mein Selbstvertrauen ist völlig hinüber.  Ich wusste schon lange das etwas mit mir nicht stimmt und es mehr sein muss als die rezidivierende Depression. Denn einige Symptome waren so seltsam vertraut und ließen sich nicht mehr von meiner „normalen“ Persönlichkeit trennen. Doch ich hab mich zu lange von den ewigen Wartelisten bei Therapeuten unterkriegen lassen , mich vor der Klinik gesträubt und mir immerwieder eingeredet es ginge schonwieder. Mich aber auch immerwieder selbst analysiert, mich mit psychologische Themen wie Trauma  auseinandergesetzt, um mich besser zu verstehen. Ich wollte kapieren warum zum Teufel ich mir in allen Bereichen meines Lebens ständig selbst im Weg stehe. Warum ich immerwieder selbst auf so blöde Weise zerstöre was ich mir mühsam versuchte aufzubauen. Warum ich mein Lebenlang das Gefühl hab mit angezogener Handbremse zu fahren und meine Potenziale nicht entfalten zu können. Warum ich meine große klappe manchmal überhaupt nicht mehr aufkriege und wie Stumm erstarre. Warum ich Menschen auf Abstand halte oder sogar von mich stoße, denen ich eigentlich ganz nah sein will. Warum ich mich dauernd einsam und unverstanden fühle.  Warum ich nichts umgesetzt bekomme was ich mir vornehme. Warum ich mich für all das so sehr selbst hasse, schäme und klein mache. Warum ich all diese Fehler an mir erkenne aber sie nicht ändern kann….usw…..

    Heute weiß ich ganz viele Antworten auf die Warums. Aber was ich damit nun mache weiß ich leider nicht.

    Ich bleib dran. Aufgeben ist keine Option. Doch wie schwer es ist muss ich euch wohl nicht sagen.

    Ich sehe nurnoch riesen Baustellen in meinem Leben.Ich frag mich wie weit ich noch von der Zukunft träumen kann? Was ist realistisch? Was kann ich noch erreichen? Wird es sich diesmal lohnen weiter zu kämpfen oder werd ich es sowieso immerwieder alles verkorksen……?

    So das war wohl erstmal mehr als genug. Falls du das tatsächlich alles gelesen hast,  danke !