Antwort auf: Vorstellungsrunde – zu Übungszwecken :)

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  • #10333

    Hallo zusammen,

    Vorab schonmal „Entschuldigung“ für den Fall, das meine Vorstellung nicht hierher (in diesen thread) gehören sollte.

    Bin mehr oder weniger durch Zufall auf dieses kleine aber sehr feine Forum gestoßen.

    Die ÄVPS-Diagnose habe ich 2017 im Rahmen eines stationären  Reha-Aufenthaltes (bei dem es eigentlich primär um ein anderes Störungbild ging…) bekommen.

    Solange ich denken kann, bin ich ein „Kontaktvermeider“, begonnen hat das bereits im Kindergartenalter. Auch zur Schule bin ich nur extrem wiederwillig gegangen. Ich war derjenige, mit dem eigentlich niemand was zu tun haben wollte, und der im Sportunterricht immer zuletzt gewählt wurde. Irgendwann in der Oberstufe habe ich dann die Schule abgebrochen und eine Berufsausbildung gemacht. In keinem der Jobs in denen ich bisher gearbeitet habe, habe ich mich lange wohlgefühlt. Mir wurde sehr schnell alles zu viel und ich habe mich ständig hoffnungslos überfordert gefühlt. Entweder habe ich dann nach ein bis 2 Jahren resigniert aufgegeben oder wurde schon vorher gekündigt. In den jeweiligen Situationen war es jedesmal eine Erlösung auf Zeit, denn natürlich musste wieder ein neuer Job her. Nach Monaten der Jobsuche, vielen Absagen und einer Menge investierter Energie fand ich dann jedesmal wieder einen neuen Job… Wieder neu einarbeiten, neues Umfeld, neues Team, neue Vorgesetzte, neue Abläufe… manchmal auch eine ganz andere Branche. Der Kraftaufwand immer wieder bei Null anzufangen mit der 100-prozentigen Gewissheit wieder zu scheitern ist unbeschreiblich groß. Hinter alledem ständig die mahnenden Worte und Gesten der Ehefrau und die Pflicht ein „Vorbild“ für meinr 3 Kinder zu sein.

    Aktuell mache ich eine Umschulung um endlich einen Beruf zu lernen, der mir Spaß macht und der meinen Interessen entspricht. Mittlerweile – nach über einem Jahr, spüre ich aber wieder dieses Gefühl der völligen Überforderung, das Gefühl den Anschluss an den Lernstoff zu verlieren und erneut die aufkommenden Fluchtgedanken. Zu den größtenteils jüngeren Kurskollegen finde ich auch keinen wirklichen Anschluss. Ab und zu reicht es für einen kleinen Scherz oder ein paar Worte, mehr kann ich nicht an mich rauslassen, weil es mich einfach zu viel Energie kostet  mich auf andere Menschen einzustellen.

    Daheim kann ich leider nichts von meinen Problemen erzählen, bzw. Ich mache es nicht mehr, da mir bisher ständig Wehleidigkeit und unmännliches Verhalten vorgeworfen wurde. Alle anderen Männer machen sowieso alles besser und sind ja sooo tolle Väter… Mein Zuhause ist also keineswegs ein Ruhpol zum beruflichen Alltag… eher im Gegenteil. Abschalten kann ich eigentlich nur beim Autofahren mit Musik… Häufig kombiniere ich dad auch mit Abbau von Frust, Trauer und dem Gefühl der Ausweglosigkeit.

    Ach ja, vermutlich auch nicht weiter verwunderlich: Richtige Freunde habe ich keine (hatte ich auch nie), das was man so unter Männerfreundschaften versteht kenne ich nur aus Erzählungen und aus dem Fernsehen. Das liegt vermutlich daran, dass ich mich unter anderen Männern eher wie ein Kind fühle, das nichts zu melden hat. Außerdem sehe ich such nicht besonders männlich aus, Frauen schauen mich überhaupt nicht an…

    Generell ist es aber so, dass ich mich mit Frauen wesentlich besser unterhalten kann als mit Männern, gerade über Themen wie diese hier. Da ich aber verheiratet bin, kann ich Freundschaften in dieser Richtung leider nicht pflegen… geschweige denn, mich alleine mit einer Frau treffen…

    So, ich denke mal dass das als kurze Vorstellung fürs erste reichen sollte 🙂

    Viele Grüße

    Marco