Antwort auf: Vorstellungsrunde – zu Übungszwecken :)

Autor
Antworten
  • #10160

    Trixi ist eine Abkürzung für Patrizia. Ich bin weiblich, habe Jahrgang 1977 und bin Schweizerin. Ich bin seit 2003 praktisch ohne Unterbrüche in ambulanter Therapie und habe mehrere stationäre oder teil-stationäre Klinikaufenthalte hinter mir, meist aufgrund schwer depressiver Episoden. Meine ÄvPS-Diagnose wurde 2017 gestellt.

    Ich bin gelernte Handelskauffrau, habe jedoch auch rund 10 Jahre als Applikationsentwicklerin (Informatikerin) gearbeitet. Meine berufliche Laufbahn ist geprägt von vielen Stellenwechseln, wiederholten Phasen langer Erwerbslosigkeit und zwei Versuchen, das Lehrerdiplom zu erhalten. Gescheitert bin ich an den finanziellen Umständen, meine Leistungen im Studiengang waren überdurchschnittlich gut. Kein Wunder, ich habe leidenschaftlich für meinen Traumberuf gekämpft. Leider umsonst.

    2019 wurde mir im zweiten Antrag eine teil-erwerbsunfähigen Rente zugesprochen. Meine Lebensumstände haben sich seither massiv verbessert. Endlich hatte ich die finanziellen Mittel um wieder am Leben teilnehmen zu können. Mit dem sozialhilferechtlichen Existenzminimum war es unmöglich, sich etwas anderes als Wohnraum und Nahrung zu leisten. Anfang 2020 habe ich mich daher bei mehreren Kursen eingeschrieben und wollte mich endlich mal wieder unter Leute wagen. Dann kam Corona.

    Ich bin eine hoffnungslose Idealistin. Ungerechtigkeit, Ausgrenzung und Diskriminierung gehen mir sehr nahe und wecken den Wunsch, irgendwas zu tun. Ich kann gut für andere kämpfen. Für mich selber eher schlecht.

    Obwohl ich noch teilweise arbeitsfähig wäre und dadurch vom Amt auch verpflichtet bin, mich um eine Anstellung zu bemühen, sehe ich auf dem Arbeitsmarkt für mich keine Perspektiven. Zu viele Ängste, zu viele Lücken im Lebenslauf. Ich würde auch Freiwilligen-Arbeit machen, finde aber auch in diesem Bereich nichts. Dies hängt sicher damit zusammen, dass ich sozial extrem schlecht vernetzt bin. Was mich zur sozialen Isolation bringt:

    Ich habe seit mehreren Jahren einen lieben Partner und eine erfüllende Beziehung. Mein Partner ist der Mensch in meinem Leben, der mir nahe steht und dem ich vertraue. Trotzdem wohnen wir in getrennten Wohnungen, allerdings in der selben kleinen Stadt. Ich brauche immer wieder Zeit für mich alleine und so drehen wir uns mittlerweile recht eingespielt, beim ewigen Tanz um Nähe und Distanz.

    Weiter habe ich Kontakt mit meiner Mutter. Allerdings eher reduziert. Hin und wieder ein Telefonat, Weihnachtsfeier bei Mutti. So in etwa. Es gibt weitere Menschen die mir wichtig sind, vielleicht eine Handvoll. Hin und wieder ein Brief, manchmal eine lange Bahnfahrt und ein persönliches Treffen. Viel zu selten. Eine ehemalige Arbeitskollegin aus einer Behindertenwerkstatt. Leider ist der Kontakt wegen der scheiss Pandemie dabei einzuschlafen. In meiner Agenda steht jede Woche wieder: N. anrufen! Meistens tue ich das sogar.

    Ansonsten spiele ich Online Games, liebe True Crime Dokus und Podcasts, verschlinge Sachbücher und gelegentlich Science-Fiction oder Fantasy Romane, bezeichne „Denken“ als mein Hobby, mache Websites, schreibe hier viel zu lange Texte und langweile mich sehr oft ganz fürchterlich.

    Schweizerin mit 1977er Jahrgang. Ich habe chronische Depressionen, DPS und eine GAS.