Antwort auf: Eltern von ÄVPS-Betroffenen: Wie waren Deine?

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  • #10152

    Willkommen im Forum!

    Veröffentlicht von: boam2001

    Der immerwährende Existenzkampf sowie die unechten, aufgesetzten Bewerbungsprozesse sowie die damit verbundenen, ständigen Absagen haben mich zermürbt. Das Gefühl, mit dem Leben abschließen zu wollen, wurde in den letzten 2-3 Jahre größer.

    Das kenne ich total gut. Mir ging es und geht es total gleich. Ich bin zu 50% erwerbsunfähig und beziehe jetzt seit drei Jahren eine Rente. Dafür bin ich unendlich dankbar, weil zumindest der Existenzkampf nun kein zentrales Thema mehr ist. Da ich jedoch noch zu 50% erwerbsfähig bin, muss ich mich weiterhin um Arbeit bemühen. Eigentlich kein grosses Ding. Aber ich hasse es. Ich hasse es zu lügen (und das wird erwartet, richtig?), zu beschönigen und an diesem ganzen verlogenen Prozedere teilzunehmen. Also sage ich „Persönlichkeitsstörung“ und der potentielle Arbeitgeber sagt „Nein Danke“.

    Es ist nicht so, dass ich nicht arbeiten will. Im Gegenteil. Ich hätte so gerne eine sinnvolle Beschäftigung, dass ich sogar auf einen Lohn verzichten würde. Ich kann mir das allerdings nur in einem Unternehmen vorstellen, in dem ich ganz offen sein darf und auch meine Bedürfnisse (ruhiger Arbeitsplatz, Kommunikation lieber per Email als Telefon…) anmelden kann. Leider scheint es unter diesen Bedingungen nicht möglich eine Stelle zu finden.

    Das ist übrigens der Grund, warum es dieses Forum hier gibt: Arbeitgeber wollen mir keine sinnvolle Aufgabe geben, also gebe ich sie mir selbst.

    Und gib dem Gefühl nicht nach, das wäre schade. Du hast hier noch nicht viel geschrieben, aber hast zumindest mir bereits mit mehr als einer Aussage aus der Seele gesprochen. Tut gut! Danke!

    Schweizerin mit 1977er Jahrgang. Ich habe chronische Depressionen, DPS und eine GAS.