Antwort auf: Hilfe

Autor
Antworten
  • #10083

    Hallo Casimir,

    ich schließe mich bei so ziemlich allem den beiden anderen an. Ich hatte mich mit meiner Familie so in die Ecke manövriert, dass ich jedes Treffen mit fadenscheinigen Ausreden abgesagt habe.

    Geholfen hat dabei damals ein aufklärendes Gespräch in der Klinik mit Hilfe der zuständigen Therapeutin dort. Ob meine Familie (und vor allem alle), das wirklich verstehen, weiß ich nicht. Sie haben manches jetzt als „Eigenheiten“ verbucht, was soweit auch funktioniert. Unter anderem mein „Briefe/Whatsapp schreiben“, wo ich weit und ausschweifend versuche mich mitzuteilen. Was meist relativ gut funktioniert, weil es kein direkter Kontakt ist (und ich somit keine sofortige emotionale Reaktion fürchten muss). Meine Mutter hat mir dazu mal die Rückmeldung gegeben, dass sie das so ganz gut findet, weil sie somit auch Zeit hat angemessen zu reagieren. Vielleicht ist das, wie Fool vorgeschlagen hat, auch eine Variante für dich?

    Ich fand es anfangs befremdlich (weil, ich muss das doch auch so ansprechen können!), doch mir hat’s geholfen.

    Sowas wie „Spitex“ wohl ist, ist in Deutschland die ambulante psychiatrische Pflege. Mir wurde das damals auch empfohlen, wollte ich aber nicht (ich muss ja beweisen, dass ich das alles alleine kann! – kann ich nicht). Eine Freundin von mir hatte das mal in Anspruch genommen (noch bevor ich sie kennen gelernt habe). Sie hat gesagt, dass ihr das sehr geholfen hat und sie das jedem empfehlen würde, dem es schwer fällt alltägliche Dinge zu tun und auch aufrecht zu erhalten, da die einem dabei auch helfen eine Struktur aufzubauen und zu halten. Es ist halt in dem Sinne eine wohl durchaus längerfristige Unterstützung.

    Ich hoffe, dass sich das mit deiner Familie zurechtbiegt. Grade Konflikte mit Menschen, die man liebt, sind immer besonders herausfordernd und lösen unglaubliche Angst und Schuldgefühle aus, finde ich.