Zwanghafte Persönlichkeitsstörung

Zwanghafte Persönlichkeitsstörung ZPS

Die Zwanghafte Persönlichkeitsstörung ist durch Gefühle von Zweifel, Perfektionismus, übertriebener Gewissenhaftigkeit, ständigen Kontrollen, Halsstarrigkeit, Vorsicht und Starrheit gekennzeichnet.

Es können beharrliche und unerwünschte Gedanken oder Impulse auftreten, die nicht die Schwere einer Zwangsstörung erreichen.

Die Zwanghafte Persönlichkeitsstörung ist vor allem durch eine extrem starke Normorientierung gekennzeichnet: Die Personen weisen starke Normen auf, an die sie sich sehr stark halten und die sie (z. T. sehr stark) einschränken. Die Personen leben damit in hohem Masse nach einem „ich muss“ bzw. „ich darf nicht“.

Die Klienten haben dabei die Normen, die für sie verbindlich sind, meist von wichtigen Bezugspersonen in der Biographie übernommen – sie haben sie nicht „frei gewählt“: Sie haben diese Normen, das muss man beachten, nicht weil sie die „Inhalte“ der Normen so überzeugend fänden, sondern weil die Übernahme der Normen vor Angst schützt. Daher geht es nie wirklich um Inhalte: Es geht um psychische Funktionen.

Des Weiteren setzen die Personen starke Regeln: Anders als Narzissten setzen sie dabei aber keine ich-bezogenen, sondern „allgemeingültige“ Regeln der Form: „Man muss…“. Ähnlich wie Narzissten erachten sie sich selbst als „die Wächter der Regeln“ und gehen davon aus, dass sie berechtigt sind, Regelverletzer zu bestrafen.

Betroffene einer zwanghaften Persönlichkeitsstörung haben Probleme mit Ertragen von Unsicherheit; sie zeigen auch gelegentlich aggressive Ausbrüche. Personen mit einer Zwangsstörung haben eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, auch Aspekte einer ZPS aufzuweisen. Dagegen weisen ZPS-Betroffene nicht überproportional häufig eine Zwangsstörung auf.

Weisen depressive Personen eine komorbide ZPS auf, steigt ihr Suizid-Risiko. ZPS-Betroffene weisen eine erhöhte Komorbidität mit Depression auf.

Symptome einer Zwanghaften Persönlichkeitsstörung

Folgende diagnostischen Kriterien werden im ICD-10 aufgeführt, von denen mindestens vier der folgenden Eigenschaften oder Verhaltensweisen vorliegen müssen :

  1. Übermässiger Zweifel und Vorsicht.
  2. Ständige Beschäftigung mit Details, Regeln, Listen, Ordnung, Organisation und Planungen.
  3. Perfektionismus, der die Fertigstellung von Aufgaben behindert.
  4. Überzogene Gewissenhaftigkeit, Skrupelhaftigkeit und unverhältnismäßige Leistungsbezogenheit unter Vernachlässigung von Vergnügen und zwischenmenschlichen Beziehungen.
  5. Übermässige Pedanterie und Befolgung von Konventionen.
  6. Rigidität und Eigensinn.
  7. Unbegründetes Bestehen auf Unterordnung Anderer unter eigene Gewohnheiten oder unbegründetes Zögern, Aufgaben zu delegieren.
  8. Aufdrängen beharrlicher und unerwünschter Gedanken oder Impulse.
Siehe auch  Doppeldiagnose oder der Zwiebeleffekt

Externe Beiträge:

MSD Manual: Zwanghafte Persönlichkeitsstörung
Eine Zwangspersönlichkeitsstörung ist durch eine allgegenwärtige Beschäftigung mit Ordentlichkeit, Perfektionismus und Kontrolle (ohne Raum für Flexibilität) gekennzeichnet, die letztlich die Bewältigung von Aufgaben verlangsamt oder stört.

Andere Bezeichnungen

Verwendete Abkürzung: ZPS
Alternative Bezeichnung: Anankastische Persönlichkeitsstörung
Englische BezeichnungObsessive Personality Disorder

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