Narzisstische Persönlichkeitsstörung NPS

Narzisstische Persönlichkeitsstörung NPS

Die Narzisstische Persönlichkeitsstörung ist definiert durch ein tiefgreifendes Muster von Grossartigkeit (in Fantasie oder Verhalten), dem Bedürfnis nach Bewunderung und Mangel an Einfühlungsvermögen.

Es gibt viele narzisstische Persönlichkeiten um Dich herum.  An der Oberfläche mögen sie normal erscheinen, in Wirklichkeit können sie jedoch unter einem Überlegenheitskomplex leiden, der bis zu einem gewissen Grad als Narzissmus bezeichnet wird.

Man muss tiefer graben, um zu verstehen, was Narzissmus ist. Narzissten sind oft sehr attraktive Persönlichkeiten, die oberflächlich kaum auffallen und oft sehr erfolgreich sind im Leben.

Narzissmus kann in zwei verschiedenen Formen aufgeteilt werden – gesunder und extremer Narzissmus. Von extremen und gestörtem Narzissmus sind  etwa 1% der Bevölkerung betroffen.

Bei diesen Betroffenen revanchieren sich tiefe emotionale Wunden und Traumata in einem narzisstischen Schutzmechanismus. Die Betroffenen erschaffen ein falsches Selbst.

Symptome einer Narzisstischen Persönlichkeitsstörung

Ich-Bezogenheit

NPS-Betroffene denken buchstäblich, dass sich die Welt um sie dreht. In Gesprächen beherrschen und kontrollieren sie meist, wohin die Diskussion führt. Sie dominieren das Gespräch und gegeben ihrem Gegenüber nur wenig Gelegenheit, sich zu äussern. NPS-Betroffene sind so selbstsüchtig, dass das vermeintliche natürliche Gleichgewicht zwischen ihnen und anderen Menschen immer zu ihren Gunsten gekippt zu sein scheint.

Extremes Bedürfnis nach Aufmerksamkeit

NPS-Betroffene glauben, dass sie geboren wurden, um im Rampenlicht zu stehen. Sie sind der Mittelpunkt aller Menschen in ihrer Umgebung. Sie konkurrieren um Interesse und verstehen es, ihre Mitmenschen zu bezaubern. Sie verwenden unterschiedliche Strategien, um die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Darunter durchaus auch dramatische Varianten wie: „Ich bin wertlos, ich könnte mich genau so gut umbringen“, nur um eine Reaktion auszulösen und um Lob und Komplimente von Menschen zu bekommen, die versuchen, sie zu trösten. Hauptsache Aufmerksamkeit.

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Tendenz zum Prahlen

NPS-Betroffene tragen eine Aura des Stolzes bei jeder sozialen Begegnung mit sich. Sie freuen sich über ihre Leistungen und bringen diese in fast jedes Gespräch ein, das sie führen. Obwohl Selbstvertrauen normalerweise gut für den Einzelnen ist, heben es NPS-Betroffene auf eine ganz andere Ebene, so dass andere es stattdessen als reine Arroganz erleben.

Tendenz zum Übertreiben

NPS-Betroffene neigen dazu ihre tatsächlichen Errungenschaften vollkommen überhöht darzustellen, um sie in den Augen anderer Menschen eindrucksvoller erscheinen zu lassen. Ihre oberste Priorität ist es, perfekt auszusehen, und dabei zu verleugnen, wer sie wirklich sind, kann bei Bedarf ein Teil der Gleichung sein. Ein Beispiel sind NPS-Betroffene, die mit Prestige-Objekten wie Kleidung oder Autos einen finanziellen Wohlstand zur Schau tragen, aber in Wirklichkeit nur Mittelstandsverdiener sind. Sie alle zielen darauf ab, das Vertrauen und die Bewunderung ihres Opfers zu gewinnen, um es später einfacher zu machen, ihr Ego zu ernähren.

Immense Unsicherheit

Ein Wettbewerb – so sehen NPS-Betroffene soziale Interaktionen. Sie verbringen zu viel Zeit damit, sich mit anderen Leuten zu vergleichen und Wege zu finden, um zu dem Schluss zu kommen, dass sie bewundernswerter und beeindruckender sind. NPS-Betroffene scheinen oberflächlich mit Oberfläche mit Selbstachtung überfüllt zu sein scheinen, aber sie sind ständig besorgt, von wahrgenommenen KonkurrentInnen um Aufmerksamkeit überstrahlt zu werden. Sie sind immer auf der Hut; bereit, jeden anzugreifen, der seinen Ruf überschatten könnte, zu dem die meisten Menschen aufschauten.

Allen anderen überlegen

NPS-Betroffene sind der festen Meinung, anderen Menschen überlegen zu sein. Narzissten glauben, dass sie eine Vielzahl von Eigenschaften besitzen, die sie bewundernswerter machen als die anderen – Intelligenz, Schönheit, Beliebtheit und Kompetenz. Diese vermeintliche Überlegenheit erlaubt ihnen, andere Leute offen zu kritisieren. Sie haben Freude daran, Menschen herabzusetzen und zu demütigen, um so ihre eigene, wahrgenommene „Grösse“ hervorzuheben.

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Keine Schuldgefühle oder Empathie

Solange sie ihre persönlichen Ziele erreichen, sind NPS-Betroffene glücklich und ihnen ist vollkommen egal, ob sie dabei das Wohlergehen anderer mit Füssen treten. Ihnen fehlt die Fähigkeit und der Wille, die Situation anderer Menschen zu verstehen. Darüber hinaus haben sie Schwierigkeiten, auf die Beschwerden anderer zu hören und sie ernst zu nehmen. Erwarten Sie niemals, dass ein NPS-Betroffener Fehler zugibt oder sich gar entschuldigt.

Ein unstillbares Bedürfnis, bewundert zu werden

Komplimente und Lob füttern das Ego der NPS-Betroffenen und bestätigen sie in ihrem Stolz und ihrer Überlegenheit. Im Alltag erscheinen sie äusserst sympathisch, um ihre tägliche Dosis an Worten der Bewunderung zu erhalten. Fehler sind für sie inakzeptabel und diese Sucht nach Perfektion gilt auch für ihre ihre Partner, die sie als persönliche Medaillen ansehen, die ebenso bewundernswert sein müssen wie sie selbst.

Tendenz zu Grausamkeiten

NPS-Betroffene haben wenig bis gar keinen Raum für Sympathie und Fürsorge für andere Menschen. Sie können sich sogar einem provokativen Verhalten anpassen und es geniessen, ihr Opfer unter Schmerzen zu sehen. Sie nehmen dies als Verstärkung ihrer Überlegenheit wahr und denken, dass sie es sich nicht leisten können, Mitleid mit Menschen unter ihnen zu haben.

Narzisstische Persönlichkeitsstörung im DSM-5

Der Beginn liegt im frühen Erwachsenenalter und die Störung zeigt sich in verschiedenen Situationen.

Mindestens fünf der folgenden Kriterien müssen erfüllt sein:

  1. Hat ein grandioses Gefühl der eigenen Wichtigkeit (z. B. übertreibt die eigenen Leistungen und Talente; erwartet, ohne entsprechende Leistungen als überlegen anerkannt zu werden).
  2. Ist stark eingenommen von Fantasien grenzenlosen Erfolgs, Macht, Glanz, Schönheit oder idealer Liebe.
  3. Glaubt von sich, „besonders“ und einzigartig zu sein und nur von anderen besonderen oder angesehenen Personen (oder Institutionen) verstanden zu werden oder nur mit diesen verkehren zu können.
  4. Verlangt nach übermässiger Bewunderung.
  5. Legt ein Anspruchsdenken an den Tag (d. h. übertriebene Erwartungen an eine besonders bevorzugte Behandlung oder automatisches Eingehen auf die eigenen Erwartungen).
  6. Ist in zwischenmenschlichen Beziehungen ausbeuterisch (d. h. zieht Nutzen aus anderen, um die eigenen Ziele zu erreichen).
  7. Zeigt einen Mangel an Empathie: Ist nicht willens, die Gefühle und Bedürfnisse anderer zu erkennen oder sich mit ihnen zu identifizieren.
  8. Ist häufig neidisch auf andere oder glaubt, andere seien neidisch auf ihn/sie.
  9. Zeigt arrogante, überhebliche Verhaltensweisen oder Haltungen.
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Quelle: Klassifikationssystem der American Psychiatric Association (DSM-5)

Alternative Bezeichnungen

Verwendete Abkürzung: NPS
Englische BezeichnungNarcisstic Personality Disorder

Externe Beiträge

Neurologen und Psychiater im Netz:
Narzisstische Persönlichkeitsstörung oft kombiniert mit weiteren Störungsbildern

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