Mörderische Verführung – Susan Wright

17.11.2020
Verführung Mord Susan Wright

Histrionische Menschen sind normalerweise sehr extrovertiert und kokett. Sie müssen immer im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen und sind bereit, impulsiv oder extrem sexualisiert zu handeln, um diese Aufmerksamkeit zu erlangen. Es scheint kein Zufall zu sein, dass Susan Wright, die laut Gutachten an einer Histrionischen Persönlichkeitsstörung litt, zu mörderischer Verführung griff.

Susanne Wright’s Leben vor dem Mord

Susan Lucille Wright wird am 24. April 1976 in Houston, Texas geboren. Im Alter von 17 Jahren arbeitete sie zwei Monate als Oben-Ohne Tänzerin. 1997 arbeitet Susan Wright als Kellnerin in Galveston, Texas als sie Jeff Wright kennenlernt. Die beiden heiraten 1998. Susan ist im achten Monat schwanger mit ihrem gemeinsamen Sohn Bradley. Vier Jahre später folgt eine Tochter namens Kailey.

Jeff ist kokainabhängig und ein unverbesserlicher Schürzenjäger, der auch nach seiner Heirat regelmässige Seitensprünge mit Frauen hat, die er in Bars aufreisst. Bei einem seiner Seitensprünge steckt sich Jeff mit Herpes an und infiziert im Anschluss seine Frau. Er ist zudem, trotz seiner zahlreichen Affären, pathologisch eifersüchtig und wird gegenüber Susan mehrfach gewalttätig. Seine Kokainsucht führt zu ständiger Geldknappheit und Verschuldung.

Susan ruft nie die Polizei und erstattet keine Anzeige. Sie erwähnt jedoch in dieser Zeit gegenüber ihrer Familie, dass Jeff sie misshandelt habe. Einmal verlässt sie Jeff kurz, kehrt aber wieder zu ihm zurück.


13. Januar 2003 – Der Mord: Die Version von Susan Wright

Susan berichtet, dass Jeff am Tag des Mordes beim Box-Training war. Nach seiner Rückkehr ins gemeinsame Heim habe er ihren vierjährigen Sohn Bradley ins Gesicht geschlagen, als dieser bei einem gespielten Box-Kampf nicht mehr mitmachen wollte, weil sein Vater – aufgedreht vom Kokain – zu grob war. Daraufhin habe ihr Sohn bei ihr weinend Schutz gesucht.

Susan tröstete ihren kleinen Jungen und habe ihn anschliessend ins Bett gebracht. Nachdem beide Kinder in ihren Betten lagen und schliefen, habe sie ihren Mann zur Rede gestellt. Sie habe ihm klar zu machen versucht, dass er sich dringend Hilfe wegen seiner Drogensucht und seinen Wutausbrüchen suchen müsse. Sie habe ihn vor die Wahl gestellt, entweder er macht eine Therapie oder sie würde ihn samt Kindern verlassen.

Jeff habe dies gar nicht gut aufgenommen und sei extrem wütend geworden. Er habe sie gepackt und erst gegen die Wand und anschliessend auf den Boden geworfen. Susan berichtet von Tritten in den Bauch, während sie am Boden lag und dass Jeff sie anschliessend ins Schlafzimmer gezerrt und vergewaltigt habe.

„Er gab mir das Gefühl, dass es meine Schuld war, weil ich kein Recht hatte zu sagen, er solle seinen Sohn nicht so grob anfassen.“

Susan Wright

Weiter sagt Susan aus, dass sich Jeff nach der Vergewaltigung mit einem Messer in der Hand über sie gebeugt habe und „Schlampe“ zu ihr sagte. Angetrieben von Selbsterhaltung und mütterlichem Instinkt sei es ihr gelungen, ihren Ehemann beiseite zu schieben und ihm das Messer abzuringen. Sie behauptet, sie habe immer wieder auf ihn eingestochen, weil sie dachte, er würde sie töten, wenn sie aufhöre.

Susan erklärt, sie habe erst aufgehört zuzustechen, als ihr Sohn Bradley an die Tür geklopft habe. Daraufhin habe sie das Messer versteckt und ihre blutige Kleidung unter einem rasch übergeworfenen Bademantel verborgen. Dann sei sie zu ihrem Kind gegangen, um es zu beruhigen und zurück ins Bett zu bringen.

Danach kehrte sie ins Schlafzimmer zurück und stach weiter auf Jeff Wright ein.

„Ich konnte nicht aufhören, auf ihn einzustechen; ich konnte nicht aufhören. Ich wusste, sobald ich aufhöre, würde er das Messer zurückbekommen und mich töten. Ich wollte nicht sterben.“

Susan Wright

Der Realitätscheck: Die Version der Staatsanwaltschaft

Am 13. Januar 2003 lockte die 27-jährige Susan Wright ihren Ehemann mit dem Versprechen auf heisse Sexspiele in ihr gemeinsames Schlafzimmer. Sie band ihn mit dem Gürtel eines Bademantels und einigen seiner Krawatten an die Bettpfosten. Bei der Obduktion wurden Reste von Kerzenwachs an Jeff’s Oberschenkeln und an seinem Hodensack gefunden. Ebenso waren deutliche Fesselmarken an den Gelenken erkennbar.

Susan quälte ihren gefesselten und wehrlosen Ehemann, indem sie ihm mit einem Messer mehrfach oberflächliche Schnitte am Penis zufügte. Anschliessend stach sie in mörderischer Raserei wiederholt in seine Augen und in seinen Mund. Sie verwüstete sein Gesicht so heftig, dass die Messerspitze abbrach und Jeffs Schädel stecken blieb.

Susan hörte erst auf zuzustechen, als ihr kleiner Sohn Bradley aufgeregt vor der Schlafzimmertür stand. Susan ging zu ihrem Kind (mutmasslich voller Blut) und brachte es zurück in sein Zimmer, wo sie ihrem Sohn versicherte, als sei in Ordnung.

Nach dieser kurzen Unterbrechung kehrte Susan ins Schlafzimmer zurück, griff wieder nach dem Messer und stach bis zur Erschöpfung weiter auf ihren Mann ein.

Die Gerichtsmediziner welche Jeff Wright’s sterbliche Überreste untersucht haben, sagten aus, dass er von Kopf bis Fuss übersäht war mit Messerstichen. Es gab so viele Stichwunden, dass sie sich teilweise überlappten. Die genaue Anzahl der Stiche liess sich daher nur schwer feststellen, der Gerichtsmediziner zählte 193. Des Weiteren wurden Schürfwunden festgestellt, welche entstanden sind, als sein toter Körper über den Boden geschleift wurde.

Die Autopsie zeigte ebenfalls, dass Jeff zum Zeitpunkt seines Todes unter starkem Einfluss von Kokain gestanden hatte und das ein Teil der Stichverletzungen nach dem Tod entstanden sind. Der medizinische Sachverständige sagte aus, dass keine der zugefügten Verletzungen alleine einen sofortigen Tod verursacht hätte. Es gab auch keine Hinweise darauf, dass Jeff während der Tortur das Bewusstsein verloren hat. Er verblutete langsam und qualvoll, während seine Frau wie eine rasende Furie immer wieder auf ihn einstach.

Jeff Wright war zu Tode gefoltert worden.


Susan Wright’s Versuch, ihre blutige Tat zu vertuschen

Susan schleppte Jeff’s toten Körper vom Schlafzimmer in den Hinterhof ihres Hauses. Dort hatte Jeff bereits ein Loch gegraben, um einen Gartenteich anzulegen. Dort deponierte Susan seinen Körper in sitzender Position und bedeckte ihn mit Blumenerde.

In der darauffolgenden Woche fuhr Susan in einen Laden um dort mehr Blumenerde, Bleichmittel und Farbe zu kaufen. Zuhause beginnt sie das Schlafzimmer zu reinigen und die Wände zu überstreichen. Sie schafft es nicht einmal annährend, alle Blutspuren zu beseitigen, wie sich zeigt, als die Ermittler den Tatort untersuchen.

Susan nahm den Bettrahmen auseinander und brachte ihn in den Hinterhof. Ebenso verfuhr sie mit der Matratze und einem blutbefleckten Stück des Teppichbodens aus dem Schlafzimmer. Sie bedeckte den Leichnam mit mehr Blumenerde. Die Ermittler finden später weitere Säcke mit Erde in ihrem Lastwagen.

Susan hob sämtliches Geld von ihrem gemeinsamen Konto ab. Den Kindern erzählte sie eine Lügengeschichte über den Verbleib ihres Vaters.

Susan Wright streitet ab, dass sie versucht habe, ihr Verbrechen zu vertuschen. Sie begründete die Aufräum- und Putzaktion so: „Das Haus musste immer perfekt und alles musste ordentlich sein. Und das war es nicht.“

Am 15. Januar, zwei Tage nach dem Mord, erzählte Susan Wright einem ihrer Freunde, dass sie und Jeff sich heftig gestritten hätten, woraufhin Jeff davongestürmt sei. Jamie riet ihr, zur Polizei zu gehen und die Schlösser im Haus auszuwechseln.

Susan fuhr zur nächsten Polizeistation, wo sie Jeff wegen gewaltsamen Übergriffen gegen sie und ihre beiden Kinder anzeigte. Die Strafverfolgungsbeamten hatten keinen Anlass, an ihrer Behauptung zu zweifeln.

Susan hatte Schnittwunden an den Händen und blaue Flecken an den Beinen. Diese Verletzungen wurden auf der Polizeistation fotografiert. Die Beamten berichten später, dass Wright sehr glaubwürdig wirkte. Ihre Behauptungen und ihre Verletzungen passten zusammen.

Die Strafverfolgungsbehörden erlassen einen Haftbefehl gegen Jeff Wright

Im Ermittlungsverfahren verhielt sich Susan Wright nicht sonderlich kooperativ. Angeblich hatte sie keine Ahnung, wohin Jeff gegangen sein könnte, nachdem er „das Haus verlassen“ habe. Susan konnte der Polizei auch keine nützlichen Informationen wie Kontaktdaten von Jeff’s Arbeitergeber oder die seiner Freunde und Familie geben.

Susan Wright die zu Lebzeiten ihres Ehemannes nie eine Anzeige gegen ihren Mann gemacht hatte, reichte zwei Tage nach dem Mord einen Antrag auf Opferhilfe ein.

Jeff’s Mutter sagte Susan, dass Jeff sie in einem Wutanfall geschlagen habe und dann davongestürmt sei. Sie sagte seiner Mutter ebenfalls, dass Jeff schwer kokain-abhängig gewesen sei und tausende von Dollar Schulden hatte um seinen Konsum zu finanzieren. Ausserdem behauptete sie, dass Jeff nicht sehr oft zu Arbeit ging.

Um Jeff zu finden rief Jeff’s Mutter auch die Mutter von Susan an. Die beiden stellten fest, dass Susan ihnen jeweils ganz andere Versionen der Geschichte erzählt hatte und dass die Dinge irgendwie nicht zusammenpassten.

Am 16. Januar wird Jeff Wright von seinem Arbeitgeber fristlos entlassen, nachdem er drei Tage lang unentschuldigt der Arbeit ferngeblieben war.

Am fünften Tag nach dem Mord riecht der Familienhund der Wrights sein Herrchen unter der losen Blumenerde und versucht ihn auszugraben. Dabei gelingt es ihm eine Arm herauszuziehen, wobei er jedoch eine von Jeff’s Händen abkaut. Der Hund entdeckte auch andere Gegenstände und grub diese ebenfalls aus.

Vielleicht wurde es Susan zu viel, als sie den ausgestreckten Arm ihres toten Mannes aus seinem Grab ragen sah, als wolle er raus. Vielleicht wurde ihr auch klar, dass die Dinge nicht gut liefen und das Fragen gestellt werden würden, die sie nicht beantworten konnte. Auf jeden Fall gestand Susan die Tat schliesslich ihrer Mutter.

„Es ist im Schlafzimmer passiert und die Kinder waren im Bett. Mama, ich war es nicht. Ich bin durchgedreht. Ich war dort oben und ich sah jemanden, der es tat, aber ich war es nicht.“

Susan Wright zu ihrer Mutter

Sie behauptet, Jeff sei ihr gegenüber verbal und körperlich äusserst gewalttätig geworden und sie habe aus reiner Selbstverteidigung getötet. Susan’s Familie wendet sich umgehend an einen bekannten Anwalt und auf dessen anraten begibt sich Susan in eine psychiatrische Klinik. Neal Davis, der Anwalt, erklärt später: „Susan brauchte Hilfe, weil sie anscheinend glaubte, ihr Mann sei noch am Leben.“

Am 18. Januar informiert der Anwalt die Staatsanwaltschaft. Um die Interessen seiner Mandantin zu schützen, übergibt er der Polizei nur eine Visitenkarte auf dessen Rückseite Wright’s Adresse und folgende Nachricht steht: „An dieser Adresse befindet sich eine Leiche, und ich kann nichts anderes sagen.“

Die Ermittler fahren zum Haus und finden die Leiche im Hinterhof, welche der Familienhund teilweise freigelegt hatte. Den Beamten brauche nicht lange, um festzustellen, dass es sich bei dem Fund um die sterblichen Überreste von Jeff Wright handelt, der von seiner Frau als „gewalttätig und vermisst“ gemeldet worden war. Jeff’s Körper befand sich in einer fast sitzenden Position. So wie seine Arme positioniert waren, sah es beinahe so aus, als wolle er sich aus dem Loch ziehen. Die Beamten fand bald auch das Messer, dessen Spitze fehlte. Im Schlafzimmer gab es immer noch zahlreiche blutige Spuren.

Am 20. Januar wird Jeff Wrights Arbeitgeber über seinen Tod informiert.

Jeffs Familie erfährt über die Nachrichten im Internet vom Tod ihres Sohnes und ihres Bruders.

Susan Wright bleibt für die Strafverfolgungsbehörden bis am 24. Januar unauffindbar. Dann stellt sie sich in Begleitung ihres Anwaltes der Polizei und wird umgehend verhaftet. Sie verweigert jegliche Zusammenarbeit bei der Aufklärung des Falls.

Der Prozess und das Urteil

Am 24. Februar 2004 beginnt der Prozess gegen Susan Wright. Sie plädiert auf nicht schuldig, da sie aus Notwehr gehandelt habe.

Die Geschworenen liessen sich von den Argumenten der Verteidigung nicht überzeugen. Sie folgten der Überzeugung der anklagenden Staatsanwältin, die behauptete, Susan Wright’s Gefühlsausbrüche während des Prozesses seien reines Schauspiel, um die Geschworenen zu manipulieren. Die Behauptung aus Notwehr gehandelt zu haben, während das Opfer wehrlos ans Bett gefesselt ist, erschien auch den Geschworenen absurd.

Am 3. März 2003 verkündet die Jury nach nur 5 Stunden Beratung ihr Urteil und spricht Susan Wright des Mordes schuldig. Sie bleiben unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die 55 Jahre beantragt und verurteilt Susan Wright zu 25 Jahren Gefängnis.

In einem Revisionsverfahren am 20. November 2010 wird Wright zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt, fünf Jahre weniger als ihre ursprüngliche Haftstrafe.

Am 2. Juli 2020 wird Susan Wright auf Bewährung aus der Haft entlassen und befindet sind aktuell in Freiheit.

Quellen

Video Doku zum Fall. Das Video ist englisch. Kleiner Tipp: Reinschauen lohnt sich trotzdem, da es Interview-Szenen mit der inhaftierten Susan Wright enthält. Ich habe immer noch Mühe, dieses süsse, blonde und so unschuldig wirkende Lämmchen von Person mit der furchtbaren Tat die sie nachweislich begangen hat unter einen Hut zu bringen.

Video Doku zum Fall (Englisch)

https://www.cbsnews.com/pictures/susan-wright-crime-scene-photos/

https://en.wikipedia.org/wiki/Susan_Wright_(murderer)

Article Categories:
Extrempersonen

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Gideon Meister

Hat mir auf alle Ewigkeit die Freude verdorben, für den Fall, dass doch mal eine Frau Fesselspielchen vorschlagen sollte 🙁

Cerealkiller

😂👍

Julia

193 Stichwunden?! Heftige Notwehr!