Dependente Latasha Pulliam

Mörderin mit DPS: Latasha Pulliam

1991 wird die 19-jährige Latasha Pulliam zusammen mit ihrem Partner, dem 40-jährigen Dwight Jordan verhaftet. Ihnen wird der Mord an der 6-jährigen Shenosa Richards, die Tochter einer Nachbarin der beiden Tatverdächtigen, zur Last gelegt.

Trigger-Warnung! Dieser Beitrag thematisierte sexualisierte Gewalt gegen Kinder. Falls Du damit schlecht umgehen kannst, solltest auf die Lektüre verzichten!

Die genauen Umstände der Tat sind unklar, folgendes ist durch forensische Untersuchungen des Leichnams und den Aussagen der beiden Angeklagten bekannt.

Latasha Pulliam lockt die, ihr bekannte und vertraute, 6-Jährige Tochter einer Nachbarin mit dem Versprechen einer Tüte Kartoffelchips und einem Ausflug ins Kino zu sich nach Hause. Dort wartet bereits Dwight, ein Ex-Sträfling und Partner von Latasha. Dwight versucht das Mädchen zu vergewaltigen.

Als seine Bemühungen fehlschlagen, steckt er stattdessen eine kleine Flasche in die Vagina des Mädchens. Ebenfalls führt, entweder Latasha oder Dwight, den Stiel eines Hammers in das Rektum des Kindes. Shenosa stirbt durch Erwürgen und an zahlreichen Stichverletzungen. Danach wirft das Paar den zerstörten Körper des kleinen Mädchens in eine Mülltonne vor dem Haus ihrer Mutter, wo diese sie entdeckt, als sie am Abend nach Hause kommt.

Später werden während der forensischen Untersuchungen des Leichnams insgesamt 42 Verletzungen am Körper des Mädchens festgestellt. Bei der späteren Gerichtsverhandlung in Illinois wird Latasha die Verantwortung für den Grossteil dieser Verletzungen auf sich nehmen. Sie wird ebenfalls angeben, den Hammer eingeführt zu haben.

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Da Latasha in ihrem Geständnis die Hauptverantwortung für die scheussliche Tat auf sich nimmt, wird nur sie zum Tode verurteilt. Ihr Partner Dwight wird mit lebenslanger Haft bestraft. Später wird das Todesurteil gegen Latasha ebenfalls in lebenslange Haft umgewandelt.

Das „Monster“ Latasha Pulliam, wie sie in der Presse bald genannt wurde, war in ihrer Kindheit selbst Opfer extremer Misshandlungen durch ihre Mutter und deren zahlreiche, männlichen Partner geworden. Etwa ab ihrem fünften Lebensjahr war sie regelmässig Opfer sexuellen Missbrauchs.

Latasha Pulliam: Diagnose Abhängige Persönlichkeitsstörung

Nichts kann die abscheuliche Tat, von Latasha rechtfertigen oder auch nur wirklich erklären. Der Blick auf ihr Leben und ihre Persönlichkeit lässt jedoch vermuten, dass das Bild der Lustmörderin in ihrem Fall ein falsches ist.

Mit Mitte 30 gibt Latasha im Gefängnis ein Interview. Sie wirkt artikuliert und klug. Latasha erzählt von Lebensmustern, die sie immer wieder zu älteren Männern geführt haben, in denen sie einen Beschützer gesucht hat. Sie liess sich daher leicht von ihnen beeinflussen, passte sich oft ganz an die Bedürfnisse ihres jeweiligen Partners an.

Sie behauptet im Interview nun, anders als während ihres Gerichtsprozesses, dass Dwight beim Mord an Shenosa die treibende Kraft und der Haupttäter war.

Ob Latasha die Wahrheit sagt oder lügt, wird sich nie beweisen lassen. Obwohl kaum ein Mensch zugeben würde, dass er Folterhandlungen an einem Kind durchgeführt hat und da eine Ausrede gerade recht kommt, ist Latasha’s zweite Version durchaus glaubhaft. Das Einführen von Gegenständen im Sinne einer simulierten Vergewaltigung ist typisch männliches Tatverhalten. Es sind tatsächlich keine Morde bekannt, bei denen Frauen solche Verhaltensweisen gezeigt hätten.

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Zudem zeigt Latasha im Interview echte Reue für den Mord an dem Mädchen. Sie weint aufrichtige Tränen im Interview. Bei Latasha sind, neben deutlichen antisozialen, die Merkmale einer Abhängigen Persönlichkeitsstörung erfüllt. Nicht erkennbar sind bei ihr die klassischen narzisstischen oder psychopathischen Merkmale solcher Täter: Verlogenheit, emotionale Glätte, Grandiositätsgefühle oder die Unfähigkeit, Verantwortung für ihre Verbrechen zu übernehmen, sind bei ihr nicht zu erkennen.

Latasha aus der Sicht einer Betroffenen einer DPS

Ich bin Betroffene einer milden DPS und kenne dieses Lebensmuster nur zu gut. Ich kenne diesen Zwang, mich genau in diese Frau zu verwandeln, die perfekt zu ihrem jeweiligen Partner passt. In meinem Fall bedeutet das, dass ich in einer Beziehung den Musikgeschmack meines Partners übernehme, mich auf einmal für die gleichen Dinge interessiere, die er mag und mich sogar um diese beruflichen Ziele bemühe, die in sein Konzept passen. Die Verwandlung ist gruselig. So bin ich zwar in meinem Leben an viele wirklich kaputte Typen geraten, aber hatte immerhin das Glück, dass keiner je so viel von mir gefordert hat wie Dwight von Latasha.

So ist es einfach für mich zu behaupten, dass ich niemals so weit gehen würde wie Latasha. Aber ich kann verdammt gut verstehen, wie es bei ihr dazu gekommen ist. Ich glaube ihr aufs Wort, wenn sie behauptet, dass sie sich an der Tat beteiligt hat, um Dwight zu gefallen. Ich halte es aber auch durchaus für möglich, dass sie die Tat sexuell erregend fand. Aber nicht um ihrer eigenen Lust willen, sondern als Akt der Solidarität mit ihrem perversen Partner.

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Ich habe eine normale kranke Sexualität in einer meiner Beziehungen gelebt. Mein damaliger Partner war ergebener BDSM-Fan. Innerhalb von drei Jahren verwandelte ich mich in eine Domina nach seinem Geschmack. Ich las einschlägige Bücher, besorgte mir passende Outfits, verbrachte Stunden und Tage damit Fesselungen und Szenarien einzuüben und vorzubereiten. Sogar an meinem Schlüsselbund hing in diesen drei Jahren eine Mini-Version einer Peitsche.

Zwei Wochen nach Ende dieser Beziehung hatte ich kein einziges Lack- oder Lederteil mehr, keine Handschellen oder Fesseln und auch kein Schlüsselanhänger. Die Domina existierte nicht mehr und ich habe ihr keine Sekunde nachgetrauert.

Links (alle Englisch)

https://www.chicagotribune.com/news/ct-xpm-1994-06-16-9406160374-story.html

https://www.chicagotribune.com/news/ct-xpm-1991-03-23-9101260428-story.html

https://www.imdb.com/title/tt1226468/

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2 Comments
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Katja

schockierende Geschichte!

Eda Torin

Merely wanna tell that this is very helpful , Thanks for taking your time to write this. Eda Torin

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